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Tätigkeitsbericht der AG20

AG20 - Nuklearkardiologische Diagnostik (gegründet HT 1995, verlängert bis JT 2019)

Sprecher

Prof. Dr. Marcus Hacker

Stellvertreter

Priv.-Doz. Dr. Ronny Ralf Büchel

Weitere Informationen

Verlängerungsantrag für die Arbeitsgruppe AG 20 Nuklearkardiologische Diagnostik – (Cluster B)

Die AG 20 „Nuklearkardiologische Diagnostik“ wurde bei der Herbsttagung 1995 gegründet und zuletzt 2014 bis zur Herbsttagung 2016 bzw. nach Satzungsänderung für die Arbeitsgruppen bis zur Frühjahrstagung 2017 verlängert. Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Nucleus sind überwiegend Fachärzte oder angehende Fachärzte für Innere Medizin/ Kardiologie und Fachärzte oder angehende Fachärzte für Nuklearmedizin. Turnusgemäß wählen die Nucleus-Mitglieder der AG alle vier Jahre den Cluster-Sprecher und organisieren entsprechende Sitzungen des Clusters mit übergeordneten Themen der kardiovaskulären Bildgebung. Mitglieder der AG sind darüber hinaus in den Working Groups der Europäischen Fachgesellschaften European Society of Cardiology (ESC) und European Association of Nuclear Medicine (EANM) aktiv.

Neben der Organisation wissenschaftlicher Kongresse und Fortbildungs-veranstaltungen ist es ein wichtiges Ziel der Arbeitsgruppe, in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ (Gegenwärtiger Sprecher: Univ.-Prof. Dr. med. Marcus Hacker, Wien) der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) Standards für nuklearmedizinische Untersuchungen zu etablieren und deren Implementierung in die kardiologische Diagnostik wissenschaftlich zu begleiten. So erfolgte ab dem 20.10.2015 unter der Federführung von Herrn Prof. Dr. med. Oliver Lindner, Bad Oeynhausen gemeinsam mit Koautoren aus beiden Arbeitskreisen eine interdisziplinäre Überarbeitung der „AWMF S1-Leitlinie Myokard-Perfusions-Szintigraphie“ aus dem Jahre 2012. Das 59-seitige durch die Vertreter der DGN und DGK konsentierte Manuskript liegt derzeit in der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin zur weiteren Abstimmung mit anderen Fachgesellschaften, z.B. der Deutschen Röntgen-Gesellschaft (DRG), und soll bis zum 31.07.2016 zur Veröffentlichung an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) weitergeleitet werden. Im Falle eines positiven Votums und einer Verlängerung der Arbeitsgruppe AG 20 durch den Vorstand der DGK soll in den nächsten Monaten aufbauend auf dieser AWMF S1-Leitlinie das ebenfalls in weiten Teilen nicht mehr aktuelle und dringend überarbeitungsbedürftige „Positionspapier Nuklearkardiologie - Aktueller Stand der klinischen Anwendung“ aus dem Jahre 2009 (Schäfers, M et al., Kardiologe 2009;3:283-293), das noch auf der DGK-Website eingestellt ist (http://leitlinien.dgk.org/2009/positionspapier-nuklearkardiologie-aktueller-stand-der-klinischen-anwendung/), überarbeitet werden. Vom Erstautor Herrn Univ.-Prof. Dr. med. Michael Schäfers, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Münster, liegt bereits die definitive Zusage vor, dieses Positionspapier wiederum federführend gemeinsam mit Vertretern der AG 20 und der Arbeitsgemeinschaft „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin zu aktualisieren. Von Seiten der DGK liegt ebenfalls bereits eine Zusage von Herrn Univ.-Prof. Dr. med. Johann Bauersachs, MHH Hannover vor, das Update dieses Positionspapiers von kardiologischer Seite als Koautor mit zu begleiten.

Mehrere Mitglieder der AG 20 [Prof. Dr. med. Sigmund Silber, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Univ.-Prof. Dr. med. Frank Bengel, Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN) und Prof. Dr. med. Oliver Lindner, Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)] waren ebenfalls Koautoren bei der aktuellen Überarbeitung der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische KHK, Langfassung, 4. Auflage, Version 1, Erscheinungsdatum 02/2016 (http://www.leitlinien.de/nvl/khk).

Die AG 20 „Nuklearkardiologische Diagnostik“ war in den letzten Jahren aktiv in der Vorbereitung und Durchführung von eigenen Sitzungen wie auch denen des Clusters auf Frühjahrs- und Herbsttagungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK).

Auf der DGK-Frühjahrstagung 2014 wurde eine gut besuchte Sitzung mit dem Thema „Nuklearkardiologie: Trends und Entwicklungen“ durchgeführt. Hybridbildgebung SPECT+CT, neues zur Lungenembolie-Diagnostik und neue Radiopharmaka zur Herzdiagnostik warfen ihre Schlaglichter auf die kommenden klinischen Entwicklungen. Eine Beteiligung an der Clustersitzung „Bildgebende Verfahren“ mit dem Thema: „Multimodale Bildgebung und Intervention. Was benötigt der Interventionalist, was ist für den Therapieerfolg maßgeblich?“ wurde ebenfalls mit veranstaltet. Bei der DGK-Herbsttagung 2014 in Düsseldorf fand eine sehr gut besuchte gemeinsame Veranstaltung der AG 20 gemeinsam mit der AG 24 „Cardio-CT“ mit dem Titel: „KHK-Diagnostik: Vom Koronarplaque bis zum Ischämienachweis“ statt. Auch im Jahre 2015 wurde die intensive Zusammenarbeit der AG 20 der DGK mit der Arbeitsgemeinschaft „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) fortgesetzt. Die AG 20 war bei der DGK-Frühjahrstagung 2015 mit einer eigenen Sitzung unter dem Thema „Nuklearkardiologie: Neue diagnostische Protokolle und Indikationen“ vertreten. Im Fokus dieser Sitzung standen die aktuellen „Appropiateness Criteria“ für die Nuklearkardiologie, die Hybrid-Bildgebung mit SPECT und CT, zukünftige klinische Untersuchungsprotokolle mit neuen Halbleiter-basierten Kameras und das PET/ MR des Herzens. Bei der Herbsttagung der DGK 2015 in Berlin war die AG 20 mit einem eigenen Referat unter dem Titel „Makro- oder mikrovaskuläre Ischämie in der SPECT? Klärung durch Hybrid-Bildgebung“ in der Cluster-Sitzung „Bildgebende Verfahren bei LV-Hypertrophie“ vertreten. Bei der DGK-Frühjahrstagung 2016 fand eine ebenfalls gut besuchte gemeinsame Sitzung der AG 20 und der AG 24 „Cardio-CT“ am 31.03.2016 unter dem Titel „Integration von Nuklearkardiologie und Cardio-CT“ statt. Themen dieser Sitzung waren die „Empfehlungen der ESC Guidelines zur kardiovaskulären Bildgebung“ (Prof. Sechtem, Stuttgart), „Diamond/Forrester oder Cardio-CT – Muss die KHK-Vortestwahrscheinlichkeit neu definiert werden?“ (Prof. Achenbach, Erlangen), „Ischämielast versus Koronarmorphologie – Was ist entscheidend für die Indikation zur Revaskularisation?“ (Prof. Hacker, Wien), „SPECT/CCTA-Hybridbildgebung – Eine Antwort auf zwei Fragen?“ (Prof. Kaufmann, Zürich) und „Ist die FFRCT-Messung ein Game Changer beim Cardio-CT?“ (Prof. Leber, München). Für die DGK-Frühjahrstagung 2017 wurde wegen der hohen Aktualität erneut eine gemeinsame Sitzung der AG 20 mit der AG 24 „Cardio-CT“ mit dem Titel „Funktion vs. Morphologie in Risikostratifizierung und Therapieplanung der chronisch stabilen KHK“ beantragt. Es sind Referate mit den Themen „Einfluss von Ischämien und Narben auf den therapeutischen Nutzen der Myokardrevaskularisierung“, „Hat die Komplementär-Information einer CT-Koronarangiographie einen prognostischen Zusatznutzen zur Ischämie-diagnostik?“, „Benötigen Patienten mit hochgradigen Stenosen in der CT-Koronarangiographie noch eine ergänzende nichtinvasive Ischämiediagnostik?“, „Wie erklären sich Diskrepanzen zwischen nichtinvasiver Ischämiediagnostik und invasiver FFR-Messung?“ und „ISCHEMIA-Studie: Was dürfen wir erwarten?“ vorgesehen.

Der amtierende Sprecher der AG 20 Dr. Dörr ist nationaler Studienleiter für Deutschland in der weltweiten ISCHEMIA-Studie (www.ischemiatrial.org) des NHLBI/NIH (Studienleiter: Dr. Judith S. Hochman, New York und Dr. David J. Maron, Stanford) und Mitglied des Steering Committee dieser internationalen Studie. In Deutschland wurden bislang 45 Patienten in ISCHEMIA eingeschlossen und 29 Patienten randomisiert (Stand 26.06.2016). Weltweit wurden im gleichen Zeitraum 5326 Patienten eingeschlossen und 3143 Patienten randomisiert. Mit 53% weltweit und sogar 79% in den USA und Canada sind nuklearkardiologische Verfahren in dieser Studie die mit weitem Abstand dominierenden Methoden der Ischämiediagnostik. Die Rekrutierungsphase der ISCHEMIA-Studie läuft noch bis zum 30.12.2017.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin wurden regelmäßige Trainingskurse und spezielle Fortbildungen für Kardiologen und Nuklearmediziner organisiert. Sprecher und Stellvertreter der AG 20 waren organisatorisch sowie mit Vorsitzen und Referaten am „11. Kurs für Kardiovaskuläre Nuklearmedizin/ Nuklearkardiologie“ vom 25.-27.02.2015 in Garmisch-Partenkirchen beteiligt. Sprecher und Stellvertreter der AG 20 sind des Weiteren die Mitorganisatoren des demnächst stattfindenden „12. Kurses für Kardiovaskuläre Nuklearmedizin/ Nuklearkardiologie“ vom 08.-10.09.2016 in Potsdam. Für diese Veranstaltung hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung mit Schreiben von Herrn Papoutsis vom 04. Mai 2016 bereits die offizielle Schirmherrschaft mit neuem DGK-Logo übernommen. Sprecher und Mitglieder der AG 20 waren ebenfalls mit mehreren eigenen Referaten an den kardiologischen Schwerpunktsitzungen der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) vom 22.-25.04.2015 in Hannover und bei der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) vom 20.-23.04.2016 in Dresden beteiligt. Sprecher und Mitglieder der AG 20 werden ebenfalls mit eigenen Referaten bei der Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin vom 26. bis 29.04. 2017 in Dresden beteiligt sein.

Im Jahre 2016 gab es neben den etablierten CT- und MRT-Kursen erstmals auch einen eigenen Kurs „Nuklearkardiologie“ im Rahmen der 8. Deutschen Kardiodiagnostik-Tage 2016 mit dem wegweisenden Titel „Kardiovaskuläre Bildgebung – ein interdisziplinärer Ansatz“ vom 18.–20.02.2016 in Leipzig, der von den Sprechern der AG 20 mit organisiert wurde.

In Zusammenarbeit mit der AG „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ der DGN erfolgten ebenfalls drei Statuserhebungen über die Versorgungssituation mit der Myokard-Perfusions-Szintigraphie in Deutschland in den Jahren 2012, 2013 und 2015. Die letzte Erhebung ist seit Mitte Mai 2016 abgeschlossen, die Auswertung läuft und die Publikation durch Herrn Prof. Dr. med. Oliver Lindner, Bad Oeynhausen ist in Vorbereitung. Das vorläufige Resultat der aktuellen Erhebung zeigt eine weitere Zunahme der Herzszintigraphien in Deutschland mit mehr Untersuchungen in weniger Zentren sowie eine Zunahme der EKG-getriggerten Gated SPECT-Untersuchungen, die neben der Perfusiondiagnostik eine genaue Analyse der globalen (LVEF%) und regionalen linksventrikulären Funktion erlauben.

Für die Zukunft ist eine fachübergreifende Optimierung eines strukturierten Reporting sowie die Etablierung einer nationalen Registry für die Myokardszintigraphie geplant. Bei der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Kardiovaskuläre Nuklearmedizin“ der DGN (Gegenwärtiger Sprecher: Univ.-Prof. Dr. med. Marcus Hacker, Wien) am 21.04.2016 während der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) in Dresden, an der auch der Sprecher der AG 20 teilgenommen hat, wurde eine gemeinsame Zertifizierung leistungsfähiger nuklearkardiologischer Einrichtungen durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) und die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) mit Ausstellung eines gemeinsamen Zertifikats ähnlich der Zertifizierung hochspezialisierter Einrichtungen für Cardio-MRT und Cardio-CT durch die DGK diskutiert. Eine weitere Tätigkeit der AG 20 „Nuklearkardiologische Diagnostik“ der DGK über 2017 hinaus erscheint hierbei eine notwendige Voraussetzung für die geplante gemeinsame Zertifizierungsmöglichkeit nuklearkardiologischer Einrichtungen durch DGK und DGN.