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Aortenklappen-Ersatz: Ältere Patienten erhalten praktisch nur noch Katheter-Eingriffe statt OP

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Die Implantation einer künstlichen Aortenklappe über Herzkatheter (TAVI) ist in der Behandlung älterer Menschen, die einen Herzklappen-Ersatz benötigen, mittlerweile Standard. Aktuelle Qualitäts-Daten des AQUA-Instituts zeigen die zunehmende Sicherheit und Akzeptanz der interventionellen Aortenklappen.

Mannheim, 1. April 2016 – Von allen Patienten, die 2014 isoliert an der Aortenklappe behandelt wurden, erhielten 69 Prozent der über 70jährigen, 89 Prozent der über 80jährigen und 99 Prozent der über 90jährigen eine Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI). „Bei älteren und vor allem bei betagten Menschen werden künstlicher Aortenklappen also nur mehr in seltenen Fällen in Operationen am offenen Herzen eingesetzt, sondern in der überwiegenden Zahl der Fälle mittels Herzkatheter-Intervention“, berichtet Prof. Dr. Holger Eggebrecht (Cardioangiologisches Centrum Bethanien, Frankfurt am Main) auf der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Vom 30. März bis 2. April 2016 treffen auf diesem Kongress in Mannheim rund 8.500 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern zusammen.

„Aktuelle Daten aus dem AQUA-Register, der gesetzlich vorgeschriebenen, externen Qualitätssicherung, zeigen aber nicht nur, dass die TAVI laufend weiter an Bedeutung gewinnt, sondern dass sie auch eine sehr sichere Prozedur mit sinkenden Komplikationsraten ist. Alles in allem sind die Zahlen beeindruckend“, so Prof. Eggebrecht.

Seit 2008 wurden in Deutschland insgesamt 48.353 TAVI-Implantationen durchgeführt. Das bedeutet von 2008 bis 2014 einen Anstieg um das 20fache, von 637 auf 13.264 Eingriffe. Bereits 2013 wurden in Deutschland erstmals mehr TAVI als chirurgische Klappen implantiert, und der Trend ist stark steigend. Gleichzeitig wird jedoch nur ein geringer Rückgang der chirurgischen Klappenimplantation – von 11.205 im Jahr 2008 auf 9.953 im Jahr 2014 – verzeichnet. „Der Anstieg bei den TAVI-Eingriffen geht also nicht auf Kosten der chirurgischen Option, sondern es bekommen insgesamt mehr Menschen künstliche Aortenklappen. Da man heute mit der TAVI eine sicherere und schonendere Alternative zur offenen Operation hat, werden mehr Patienten behandelt, bei denen man früher Bedenken hatte, ob man ihnen den schweren chirurgischen Eingriff zumuten kann und soll.“

Während bei den über 80jährigen die TAVI mittlerweile Standard ist, gilt es bei jüngeren Patienten, Vor- und Nachteile der verfügbaren Methoden individuell abzuschätzen. Die Entscheidung fällt in der Regel im Heart Team, dem Kardiologen und Herzchirurgen angehören.

Immer weniger Komplikationen

Im Vergleich mit Daten aus dem Jahr 2008 zeigt der aktuelle AQUA-Report, dass die TAVI-Komplikationsrate fast halbiert werden konnte. Dafür gibt es mehrere Gründe, so Prof. Eggebrecht: „Zum einen entwickelt sich die Technik. Der sicherere transfemorale Zugang, mit zugleich deutlich schlankeren Devices, bei dem die zusammengefaltete Ersatz-Klappe über die Leistenschlagader zum Herzen vorgeschoben wird, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Auch die Bildgebung hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Mittlerweile wird viel stärker als früher auf die kardiale Computertomographie gesetzt, was eine präzisere Planung des Eingriffs und auch eine noch bessere Auswahl der Patienten erlaubt. Hinzu kommt die größere Erfahrung der Teams.“

 

Informationen:
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Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 9500 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.