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Lasersondenextraktion als sichere und effektive Methode bei Patienten mit intrakardialen Vegetationen ≥20 mm

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Dr. Samer Hakmi, Hamburg

Hintergrund:
In den vergangenen Jahren ist die Anzahl an Schrittmacher- (SM) und ICD-Implantationen angestiegen. Sondeninfektionen und –vegetationen zählen hierbei zu den schwerwiegenden Komplikationen dieser Therapien. Eine komplette Sonden- und Aggregatentfernung wird daher für alle Patienten mit lokalen oder systemischen Infektionen (Klasse I) empfohlen. Die Therapie von Patienten mit Sondenendokarditis sowie großen Vegetationen (≥20 mm) ist jedoch weiterhin ein Diskussionsthema (s. Abblidung 1). Diese wurden bisher mithilfe einer offen-chirurgischen Sondenentfernung unter Einsatz der Herzlungenmaschine therapiert. Wir präsentieren hier unsere Ergebnisse und Erfahrungen mit der Laserextraktion von SM- und ICD-Sonden als Routineeingriff bei Patienten mit großen intrakardialen Vegetationen.

Methoden:
Zwischen August 2004 und Juli 2014 wurden 213 Patienten aufgrund von lokalen oder systemischen Infektionen mithilfe von Lasersondenextraktion im Universitären Herzzentrum Hamburg therapiert. Lokale und systemische Infektionen traten bei 144 bzw. 69 Patienten auf. Die Daten wurden prospektiv akquiriert und retrospektiv analysiert.

 Ergebnisse:
Bei insgesamt 38 Patienten wurden mittels Echokardiographie intrakardiale Vegetationen nachgewiesen. 13 dieser Patienten wiesen dabei Sondenvegetationen von einer Größe ≥20 mm auf. Das mittlere Lebensalter der Patienten betrug 66,1±11,7 Jahre, hiervon waren 73,7% männlich. Der durchschnittliche Zeitraum seit initialer Sondenimplantation betrug 91,3±60,0 Monate (range 28-288).

74 von 78 Sonden wurden komplett extrahiert. Die mittlere Hospitalisationsdauer betrug 35,1±7,4 Tage (range 26-51). Der durchschnittliche Follow-up-Zeitraum betrug 236,3±56,6 Tage (range 113-402) bei einer Überlebensrate von 94,7% (n=2). Keiner der Todesfälle war Prozedurbedingt. Klinisch relevante Lungenembolien, welche eine weitere Intervention erforderten, traten bei keinem Patienten auf. Zwei Patienten benötigten eine offen chirurgische Konversion der Prozedur wobei bei einem Patienten dennoch keine Extraktion gelang. Der andere Patient entwickelte intraoperativ eine schwere Trikuspidalklappeninsuffizienz weshalb eine Konversion erfolgte.

Zusammenfassung:
Die Lasersondenextraktion ist eine sichere und effektive Methode zur Entfernung von infizierten SM- und ICD-Sonden bei Patienten mit großen intrakardialen Vegetationen. Klinisch inapparente Lungenembolien können hierbei jedoch nicht ausgeschlossen werden. Nach unserer Erfahrung sollten nur Patienten nach frustraner Lasersondenextraktion mit einer offen-chirurgischen Sondenentfernung unter Einsatz der Herzlungenmaschine behandelt werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 9000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen, die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org.