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Schlechte Prognose für Herzschwäche-Patienten mit Depression

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Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft  für Kardiologie zum Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona

Barcelona/Würzburg, 2. September 2014 – Herzinsuffizienz-Patienten leiden häufiger an einer Depression als die Allgemeinbevölkerung. Doch die psychische Belastung ist unterdiagnostiziert und bleibt oft unbehandelt. Das zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Würzburg, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Barcelona präsentiert wurde. „Unsere Daten zeigen, dass Herzschwäche-Patienten mit einer Depression eine schlechtere Prognose haben als nicht-depressive Patienten mit dieser Herzerkrankung“, berichtete Dr. Julia Wallenborn. „Darüber hinaus scheinen auch Personen mit einer vorangegangenen Depression, unabhängig vom aktuellen Depressionsstatus, eine schlechtere Prognose zu haben.“

Die Forscher ermittelten bei 864 Herzschwäche-Patienten mittels eines Fragebogens (PHQ-9) den aktuellen Depressionsstatus, auch die Vorgeschichte von Depressionen sowie die Einnahme von Antidepressiva wurde erfragt. 29 Prozent der untersuchten Patienten litten dem Score zufolge aktuell unter einer Depression, 28 Prozent (70 Patienten) aus dieser Untergruppe hatte auch in der Vergangenheit bereits depressive Episoden, nur die Hälfte davon (35) war dabei mit Antidepressiva behandelt worden. Auch unter den 71 Prozent aktuell nicht depressiven Patienten gaben immerhin 8,8 Prozent an, in der Vergangenheit unter einer Depression gelitten zu haben.

Nach einem Beobachtungszeitraum von 18 Monaten waren 68 der 253 depressiven Herzschwäche-Patienten (26,9 Prozent) verstorben, in der Gruppe der Herzinsuffizienz-Patienten ohne aktuelle Depression waren es nur 13,6 Prozent. Die schlechteste Prognose hatten Patienten mit einer aktuellen Depression und einer vorangegangenen Depression, die mit Antidepressiva behandelt worden war.

Quelle: ESC Abstract P4641 – Wallenborn et al: Prevalence of depression, frequency of antidepressant pharmacotherapy and survival in systolic heart failure patients

 

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