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Donnerstag, 12. April 2012

Leichtathleten, Radfahrer und Schwerathleten sterben überdurchschnittlich oft an Herzproblemen

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Die Lebenserwartung von Leistungssportlern im hohen Alter stieg in den vergangenen beiden Jahrzehnten weniger rasch an als für die Gesamtbevölkerung. Kardiale Probleme sind überdurchschnittlich häufig die Todesursache bei Leistungssportlern aus den Bereichen Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik. Das zeigt eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim mehr als 7500 Teilnehmer aus rund 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

„Tod durch kardiale Ursachen trägt überdurchschnittlich zum Versterben von Leistungssportlern aus dopingverdächtigen Sportarten bei, und dies trägt zu einer geringeren Gesamtlebenserwartung dieser Gruppe bei“, fasst Prof. Dr. Klaus-Dieter Schlüter, Physiologisches Institut der Justus-Liebig-Universität Giessen, zusammen. „Dagegen gab es keine direkten Hinweise auf einen negativen Einfluss von hoher sportlicher Aktivität in der Adoleszenz auf die altersbedingten Veränderungen des Herzens.“

Für die aktuelle Studie wurden die Lebensprofile von deutschen Olympiateilnehmern untersucht, in 54 Fällen anhand der bekannten Todesursache. Beim Tod durch kardiale Ursachen dominierten Sportler der Sportarten Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik mit 63,5 Prozent der Fälle. Die Lebenserwartung dieser Gruppe lag der Gießener Analyse zufolge in den Jahren 2000 bis 2011 bei nur 70,4 Jahren, verglichen mit 76,2 Jahren in der Gesamtbevölkerung. Die Werte für Ruderer, Kanuten, Schwimmer und Turner liegen für diesen Zeitraum hingegen bei 82,6 Jahren.

Quelle: K.-D. Schlüter, Abstract V810, Clin Res Cardiol 101, 2012

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Herzmuskel-Entzündung: MRT zeigt das Sterberisiko

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) kann rasch und problemlos ausheilen – oder tödlich enden. Derzeit ist die Abschätzung des individuellen Risikos anhand klinischer Parameter alles andere als sicher. Deutsche Forscher haben nun gezeigt, dass spezielle Veränderungen im MRT („späte Gadolinium-Anreicherung“) mit einem massiv erhöhten Sterbe-Risiko einhergehen. Damit kann bei Risiko-Patienten die Behandlung optimiert werden, andere brauchen sich keine Sorgen zu machen.

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Spezielle Veränderungen in der Magnetresonanz-Tomografie dürften bei Patienten mit Herzmuskel-Entzündung („Myokarditis“) mit einem massiv erhöhten Sterbe-Risiko einhergehen. „Die ‚späte Gadolinium-Anreicherung‘ zeigt an, dass sich im Herzmuskel in Folge der Entzündung eine Narbe gebildet hat. Diese Narbe hat sich als wichtigster Hinweis („Prädiktor“) auf eine ungünstige Prognose erwiesen“, so Priv.-Doz. Dr. Heiko Mahrholdt (Abteilung für Kardiologie am Robert Bosch-Krankenhaus in Stuttgart). Innerhalb von fünf Jahren starben fast 20 Prozent der Personen, bei denen die späte Anreicherung mit dem Kontrastmittel Gadolinium eine Narbenbildung angezeigt hatte.

„Herzmuskel-Entzündungen sind gefährlich, und noch können wir nicht sicher vorhersagen, wer eine ungünstige Prognose haben wird“, so Doz. Mahrholdt. „In unserem Untersuchungs-Kollektiv ist allerdings niemand verstorben, der keine späte Gadolinium-Anreicherung gezeigt hat. Man kann also sagen, dass Myokarditis-Patienten mit unauffälliger MRT voraussichtlich eine günstige Prognose haben werden.“ Dass ist vor allem bei einem ungesicherten klinischen Verdacht auf Myokarditis bedeutsam, wenn das weitere Vorgehen unklar ist. Doz. Mahrholdt: „Wenn diese Patienten eine normale MRT haben, braucht man sich keine großen Sorgen zu machen. Das ist sowohl für den Patienten als auch für den Arzt eine Erleichterung.“

Diese Ergebnisse wurden heute auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) präsentiert. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim rund 7.500 Teilnehmer aus etwa 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

Mögliche Bedeutung für die Behandlung

In Zukunft sollen diese Ergebnisse nun in einer großen, multizentrischen Studie überprüft werden. Dann könnten sich auch therapeutische Implikationen ergeben. So wäre es denkbar, anhand der späten Gadolinium-Anreicherung die Indikation zu einer Langzeittherapie mit Beta-Blockern zu stellen. Eine Myokarditis kann von einer Vielzahl infektiöser Erreger ausgelöst werden. In Europa handelt es sich dabei in der großen Mehrzahl um Viren.

Bessere Aussagekraft als die linksventrikuläre Auswurffraktion

Im Rahmen ihrer Studie verfolgten Doz. Mahrholdt und sein Team mehr als 200 Patienten, bei denen die Diagnose einer Myokarditis mittels Gewebeprobe („Biopsie“) bestätigt worden war. Bei Einschluss in die Studie wurde zusätzlich eine MRT-Untersuchung durchgeführt. Damit unterscheidet sich die Population deutlich von jenen älterer Studien, bei denen entweder keine Biopsien vorlagen – die Diagnose also nicht gesichert war – oder die MRT zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt wurde. Mit einem durchschnittlichen follow up von 4,7 Jahren lag die Gesamtmortalität bei 19,2 Prozent die kardiale Mortalität bei 15% und die Rate an plötzlichen Herz-Todesfällen bei 9,9 Prozent. Immerhin 108 der 203 Patienten zeigten späte Kontrastmittel-Anreicherung. Das Vorhandensein einer späten Gadolinium-Anreicherung erhöhte das Sterberisiko um einen Faktor 8,4 und die kardiale Mortalität um mehr als das Zehnfache – und das unabhängig von der Pumpleistung des Herzens und der klinischen Symptomatik. „In älteren Studien wurde oft die linksventrikuläre Auswurffraktion als bester Prädiktor für das Outcome eingestuft. In unserer Arbeit erwies sich jedoch die späte Gadolinium-Anreicherung als wesentlich aussagekräftiger“, kommentiert Doz. Mahrholdt.

(1) Grün S, Schumm J, Greulich S et al. Long-term follow-up of biopsy-proven myocarditis. Predictors of mortality and incomplete recovery. J Am Coll Cardiol 2012; DOI:10.1016/j.jacc.2012.01.007

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Deutsche Herz-Mediziner und Radiologen wollen Einsatz von CT und MRT optimieren

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Deutsche Herz-Mediziner und Radiologen wollen mit ihren neuen „Konsensusempfehlungen zum Einsatz der Herzbildgebung mit Computertomografie und Magnetresonanztomografie“ die Anwendung der CT und der MRT  zur Darstellung des Herzens optimieren. Wegen der technischen Entwicklungen, der komplexen Anatomie und vor allem wegen der ständigen und schnellen Bewegung des Herzens sind MRT und CT des Herzens technisch besonders anspruchsvoll. „Für Nicht-Spezialisten ist es deshalb schwierig zu entscheiden, für welche klinischen Fragestellungen die CT oder die MRT ein geeignetes Untersuchungsverfahren darstellen“, so Prof. Dr. Stephan Achenbach (Universitätsklinikum Gießen und Marburg), Prof. Dr. Holger Thiele (Universität Leipzig – Herzzentrum) und Prof. Dr. Roman Fischbach (Asklepios Klinik Hamburg-Altona) bei einer Pressekonferenz auf der 78. Jahrestagung der DGK. 

Die neuen Konsensusempfehlungen  geben Ärzten erstmals eine umfassende und detaillierte Auskunft darüber, für welche Patienten und in welchen Situationen die CT und die MRT des Herzens nutzbringend eingesetzt werden können. Das Papier fasst die Anwendungsgebiete der beiden bildgebenden Verfahren zusammen und bewertet jeweils, ob die CT und die MRT zur Beantwortung einer speziellen Frage geeignet sind, ob sie ein Verfahren der ersten Wahl darstellen oder nur eingesetzt werden sollten, wenn andere bildgebende Verfahren zu keiner eindeutigen Diagnose führen – oder ob sie für diese spezielle Fragestellung keinen sinnvollen Beitrag liefern können. Knapp 400 Verweise auf Studien verdeutlichen den wissenschaftlichen Hintergrund der jeweiligen Aussage.

Die CT erlaubt eine besonders hoch aufgelöste Darstellung des Herzens. Von wesentlicher Bedeutung ist, dass sie als einziges nichtinvasives Verfahren die Darstellung der Herzkranzgefäße in ausreichender Qualität gestattet. Dies kann bei ausgewählten Patienten von diagnostischem Nutzen sein und korrekt angewendet hilft die CT, invasive Herzkatheteruntersuchungen zu vermeiden. Weitere spezielle Vorteile sind die besonders exakte Analyse von Verkalkungen und metallischen Implantaten im Herzen. Nachteil der CT ist die Exposition gegenüber Röntgenstrahlen, und für viele Anwendungen muss intravenöses Kontrastmittel verabreicht werden.

Die MRT erlaubt die exakte Analyse der Morphologie und Funktion des Herzens und nach pharmakologischer Belastung auch der Durchblutung des Herzmuskels. Auch der Blutfluss im Herzen kann sehr zuverlässig quantifiziert werden und nach Kontrastmittelgabe lassen sich durch das sogenannte „Late Enhancement“ Infarktareale und andere Veränderungen der Herzmuskulatur genau darstellen. Funktionelle und morphologische Ergebnisse erlauben prognostische Voraussagen, die zu einer Verminderung von Wiederholungs- und invasiven Untersuchungen beitragen.

Quelle. „RöFo“ 4/2012 und „Der Kardiologe“ 2/2012

 

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Experten warnen: Herz-Risikofaktoren oft zu wenig bekannt und unzureichend behandelt

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder ungünstige Blutfettwerte sind in der Bevölkerung weit verbreitet, aber den Betroffenen nicht bewusst – bei Männern ist das häufiger der Fall als bei Frauen. Sind sie bekannt, werden sie trotzdem häufig nicht optimal behandelt. Das sind Eckdaten einer Studie von Forschern aus Mainz und Hamburg, die jetzt auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim mehr als 7500 Teilnehmer aus rund 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

Im Rahmen der Mainzer „Gutenberg-Gesundheitsstudie“ wurden insgesamt rund 10.000 Menschen zwischen 35 und 74 Jahren untersucht, je zur Hälfte Männer und Frauen. Insgesamt sammeln Männer mehr Risikofaktoren an. Am weitesten verbreitet ist in der untersuchten Altersgruppe der Risikofaktor Bluthochdruck mit 46 Prozent (50,2 Prozent bei Männern und 41,9 Prozent bei Frauen), gefolgt von ungünstigen Blutfettwerten (Dyslipidämie) mit 27,7 Prozent (35,6 Prozent der Männer und 19,9 Prozent der Frauen) und Adipositas mit 24,1 Prozent (Männer: 25,3 Prozent; Frauen: 22,9 Prozent). 20,8 Prozent der Untersuchten rauchen (Männer: 22,7 Prozent, Frauen: 19 Prozent), 16,6 Prozent (Männer: 15,6 Prozent; Frauen: 17,6 Prozent) sind wegen einer familiären Vorgeschichte von Herzinfarkt gefährdet und 6,1 Prozent (Männer: 7,7 Prozent; Frauen: 4,5 Prozent) leiden an Diabetes.

Dieser weiten Verbreitung von Herz-Risikofaktoren steht eine unzureichende Behandlung gegenüber, stellte die Untersuchung fest. Ein Viertel der Hypertoniker wussten nicht über ihre riskanten Blutdruckwerte Bescheid, bei 51,3 Prozent der Bluthochdruck-Betroffenen wurde dieser Risikofaktor nicht behandelt. Ihre Dyslipidämie war einem noch höheren Anteil, nämlich 34,9 Prozent der Betroffenen nicht bekannt, nur 7,2 Prozent der untersuchten Personen mit ungünstigen Blutfettwerten wurden dagegen behandelt.

„Die aktuellen Daten zeigen einen erstaunlich hohen Anteil von Menschen, die sich ihres Herz-Kreislauf-Risikos nicht ausreichend bewusst sind“, so Dr. Jürgen Prochaska von der Medizinischen Klinik und Poliklinik und Centrum für Thrombose und Hämostase der Universitätsmedizin Mainz. „Wenn sie bekannt sind, werden die Risikofaktoren oft nicht oder unzureichend behandelt. Das bedeutet aber auch: Es gibt ein großes Potenzial, die Herz-Kreislauf-Krankheitslast zu verringern, indem wir die Diagnose und Therapie der klassischen Risikofaktoren verbessern.“

Quelle: J. Prochaska et al, Abstract P1682, Clin Res Cardiol 101, 2012

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Kakao-Pflanzenstoffe sind gut für Sportler-Gefäße

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Leistungssportler, die regelmäßig niedrig dosierte Kakao-Flavonole zu sich nehmen, verbessern mit diesen Pflanzenstoffen ihre Leistungsfähigkeit und Gefäßfunktion. Das ist das Ergebnis einer an den Universitätskliniken Düsseldorf und Maastricht sowie der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführten Studie, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim mehr als 7500 Teilnehmer aus rund 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

Flavonole, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, wie sie zum Beispiel in Rotwein oder Kakao in hohem Ausmaß vorkommen, werden mit einer Verbesserung der kardiovaskulären Funktionen in Verbindung gebracht. Experten vermuten vor allem einen positiven Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) im Körper, der NO-Signalweg ist an der Regulierung der physiologischen Leistungsfähigkeit über die Beeinflussung der Gefäßregulation beteiligt.

In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler zwölf Leistungssportler (Radrennfahrer und Triathleten), die sieben Tage lang zweimal täglich über einen Kakao-Drink je 20 Milligramm Flavonole zu sich nahmen. Die Gefäßfunktion der Versuchspersonen, gemessen an der so genannten flussvermittelten Vasodilatation (prozentuelle Veränderung des Gefäßdurchmessers) verbesserte sich am Ende des Versuchszeitraums signifikant von 6,3 (+/- 0,4) Prozent auf 8,0 (+/- 0,7) Prozent. Auch die physische Leistungsfähigkeit verbesserte sich nach der regelmäßigen Flavonol-Einnahme.

Quelle: M. Totzeck et al, Abstract P1696, Clin Res Cardiol 101, 2012

 

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Deutsche Studie: Kardiale Magnetresonanz-Tomografie sagt Infarktrisiko voraus

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Eine deutsche Studie zeigt, dass sich das individuelle Herzinfarkt-Risiko mittels kardialer Magnetresonanz-Tomografie zuverlässig voraussagen lässt. Bei Patienten mit unauffälligem Stress-MRT-Befund lag das Risiko eines kardialen Ereignisses bei nur 0,6 Prozent pro Jahr. Mit dieser Methode lässt sich auch sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wer mit Medikamenten behandelt werden kann.

Mannheim, Donnerstag, 12. April 2012 – Die Magnetresonanz-Tomografie (MRT) liefert zunehmend wertvolle Informationen für die Herz-Medizin, unter anderem hilft sie, das individuelle Risiko eines Herzinfarkts genauer vorherzusagen. „Das ist besonders bei Patienten von Bedeutung, die im Rahmen einer konventionellen Ergometrie nicht ausreichend belastet werden können. Das ist nicht nur bei schwer Herzkranken der Fall, sondern beispielsweise auch bei Personen mit Gelenksproblemen. Also bei vielen, vor allem älteren Menschen“, sagt Dr. Sebastian Kelle vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB). Ein weiterer Vorteil der MRT liegt darin, dass sie zu keiner Strahlenbelastung führt und ohne jodhaltige Kontrastmittel auskommt, die bei Schwerkranken zu Problemen führen können.

Mit der kardialen MRT ist es möglich, den Herzmuskel im gesunden Zustand sowie in verschiedenen Erkrankungsstadien sichtbar zu machen, auch unter Belastung. Weil sich der Patient im MRT-Gerät nicht bewegen kann, wird diese während der MR-Untersuchung durch ein Medikament simuliert. Dr. Kelle: „Ziel unserer Studie mit mehr als 3000 Teilnehmern war es nicht, die Genauigkeit der Methode zu beweisen, diese kennen wir seit Jahren. Vielmehr wollten wir wissen, ob wir uns auf die Prognosen, die wir anhand der MRT-Untersuchungen treffen, auch verlassen können. Ob wir also die Patienten beruhigt nach Hause schicken können, wenn wir im Stress-MRT nichts Auffälliges finden.“

Diese Ergebnisse wurden heute auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) präsentiert. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim rund 7500 Teilnehmer aus etwa 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

Kosten sparen durch gezielte Therapie und Vermeiden unnötiger Untersuchungen

Die kardiale Stress-MRT kann auch helfen, Kosten zu sparen. Dr. Kelle: „Wir können mit dieser Methode sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wen man guten Gewissens konservativ (mit Medikamenten) behandeln kann.“ Damit werden verzichtbare Katheter-Untersuchungen und -Interventionen eingespart, die Kosten verursachen und für den Patienten Risiken bedeuten.

Belastungsinduzierte Wandbewegungsstörung stärkster Prädiktor für kardiales Ereignis.

Die Studienteilnehmer wurden mit Hilfe eines standardisierten Protokolls auf das Vorliegen von Störungen in den Bewegungen der Herzwand untersucht. Während der folgenden Beobachtungszeit von durchschnittlich 3,3 Jahren wurden 183 (5,8%) kardiale Ereignisse (kardialer Tod oder Herzinfarkt) erfasst. In der Analyse der Daten erwies sich das Vorliegen einer belastungsinduzierten Wandbewegungsstörung als stärkster Hinweis („Prädiktor“) auf das Auftreten eines kardialen Ereignisses. Wurde in der kardialen Stress-MRT unter maximaler Belastung eine normale Wandbewegung des Herzens gesehen, so war das Infarktrisiko in den nächsten drei Jahren mit 0,6 Prozent pro Jahr gering. In den folgenden Jahren wurde ein Anstieg des Risikos auf schließlich 3,2 Prozent im sechsten Jahr beobachtet.

Die Daten legen auch nahe, dass die MRT gut geeignet für die Indikationsstellung zur Revaskularisation ist. Dr. Kelle: „Jene Patienten, die aufgrund einer unter Belastung nachgewiesenen Wandbewegungsstörung einer Revaskularisation (Wiederherstellung der Durchblutung) zugeführt wurden, zeigten eine signifikant niedrigere Ereignisrate verglichen mit Patienten, die medikamentös-konservativ behandelt wurden.“

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Risiko bei unauffälliger Stress-MRT über drei Jahre gering bleibt. Die Untersuchung muss also nicht jedes Jahr wiederholt werden. In einer 2011 ebenfalls von Dr. Kelle publizierten Studie blieben Patienten, die unter Belastung im MRT keine auffälligen Bewegungen der Herzwand zeigten, zu 96,8 Prozent über sechs Jahre frei von kardialen Ereignissen.

(1) Kelle S. et al.; Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
V140 – Erfassung der prognostischen Wertigkeit einer negativen Dobutamin-Stress-MRT bei 3138 Patienten – Resultate einer bi-zentrischen Studie
(2) Kelle S. et al. J Am Coll Cardiol Img 2011;4:161–72
Long-Term Prognostic Value of Dobutamine Stress CMR

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