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Immer mehr übergewichtige Kinder: Tägliche Sportstunde beugt Herzproblemen vor

Vom 11. – 14. April 2012 findet in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Mannheim, Mittwoch, 11. April 2012 – Schüler, die täglich eine Stunde Sportunterricht haben, sind nicht nur fitter und körperlich leistungsfähiger als ihre weniger aktiven Altersgenossen. Sie leiden auch weniger häufig an Übergewicht. Damit sind sie auch vor Herz-Kreislauf-Risiken besser geschützt. Die positiven Langzeit-Effekte gezielter Bewegungsförderung in der Schule zeigt eine Leipziger Studie, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim mehr als 7500 Teilnehmer aus rund 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.

„Wir empfehlen eine tägliche Schulsportstunde für alle Kinder und Jugendlichen zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen“, so Dr. Ulrike M. Müller von der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie der Universität Leipzig. „Kinder und Jugendliche sind heute weniger körperlich aktiv als ihre Altersgenossen eine Generation zuvor. Das ungünstige Verhältnis von weniger Bewegung und Energiezufuhr bewirkt eine steigende Prävalenz von kindlichem und jugendlichem Übergewicht bis hin zur Adipositas.“ Das sei nicht nur deshalb problematisch, so Dr. Müller, weil schon im frühen Jugendalter erste atherosklerotische Veränderungen nachweisbar seien. „Aus dicken Kindern werden meist auch dicke Erwachsene, und damit nehmen Herz-Kreislaufrisiken wie metabolisches Syndrom, Diabetes oder Bluthochdruck ebenfalls zu.“

Die kurz- und mittelfristigen positiven Effekte eines täglichen Schulsportunterrichts auf das kardiovaskuläre Risiko von Schülern der Sekundarstufe 1 konnten im Rahmen des „Leipziger Gesundheitsprojektes Schule“ bereits früher nachgewiesen werden. Jetzt liegen erstmals Langzeit-Daten vor: Sieben Schulklassen nahmen fünf Jahre lang – zwischen der 6. und 10. Klasse – am Studienprogramm teil. Getestet wurden auf jährlicher Basis körperliche Fitness, Body-Mass-Index und motorische Fähigkeiten der Schüler, wobei eine Gruppe täglich eine Stunde Schulsportunterricht mit einem Ausdaueranteil von mindestens 15 Minuten absolvierte, während die Vergleichsgruppe die regulären zwei Schulsportstunden wöchentlich hatten. Bei der körperlichen Fitness, gemessen an der maximalen Sauerstoffaufnahme bei der Laufband-Spiroergometrie, betrug die durchschnittliche Differenz zwischen den beiden Gruppen rund 5 Milliliter pro Kilogramm und Minute, in der Gruppe mit dem täglichen Schulsport gab es weniger Übergewicht: Neun Prozent der Schüler mit dem täglichen Bewegungspensum hatten einen erhöhten BMI, in der Vergleichsgruppe waren es 16 Prozent.

Quelle: U.M. Müller et al, Abstract V1229, Clin Res Cardiol 101, 2012

 

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