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Arbeitsgruppe Gerontokardiologie (AG29)

gegründet als AG Herzerkrankungen im Alter (gegründet HT2001, geschlossen 2012) seit 2019 AG Gerontokardiologie

reaktiviert HT2019, verlängert bis HT2023.

Wichtig:

Die offizielle Gründungssitzung inklusive der Wahlen der AG29 wird im Rahmen der Herztage am Freitag, den 11. Oktober 2019 von 13:45 Uhr bis 14:45 Uhr im Maritimhotel in Berlin im Saal Madrid stattfinden.

Ziele und Aufgaben

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in den Industriestaaten ist einem raschen Anstieg unterworfen. Das mittlere Alter der Bevölkerung in den Industriestaaten, liegt derzeit bei 36 Jahren und wird bis zum Jahr 2050 bei 55 Jahren liegen. Es ist dabei festzuhalten, dass – vor allem auch durch den Fortschritt, den die kardiovaskuläre Medizin in den letzten Jahren erfreulicherweise durchlaufen konnte – eine steigende Lebenserwartung der alternden Bevölkerung verzeichnet werden kann, was in der Konsequenz eine steigende Anzahl von immer älteren und komplex-kranken (auch Komorbiditäten) Patientinnen und Patienten in der kardiologischen Versorgung bedingt.

Diesen Herausforderungen muss sich die moderne klinische Herzkreislaufmedizin in Klinik, Praxis und Forschung stellen und für die alternde Bevölkerung neue Therapieverfahren und Therapiekonzepte entwickeln. Hierbei ist eine interdisziplinäre Öffnung vor allem in den Bereich der Altersmedizin unerlässlich. Von großer Bedeutung ist dabei, dass ein fortgeschrittenes Lebensalter bislang oft Ausschlusskriterium für den Einschluss in nahezu alle bedeutsamen kardiologischen Studien war, so dass die wissenschaftliche Evidenz für Therapien – meist an jüngeren Populationen gewonnen – zwangsweise auf ältere Patientengruppen übertragen werden muss.

Dies wird dem Anspruch der Herz-/Kreislaufmedizin nach „evidence-based medicine“ (EBM) weder gerecht, noch trägt es der Tatsache Rechnung, dass die Studien-Patientenkohorten und betagte Patientinnen und Patienten differente Patientenkollektive mit unterschiedlichen Therapiezielen darstellen. Andererseits werden immer noch bestimmte intensivere bzw. invasivere Therapieoptionen betagteren Patientinnen und Patienten mit Verweis auf das fortgeschrittene Lebensalter vorenthalten.

Dies zeigt, dass das Thema „Gerontokardiologie“ (klinische Kardiologie bei Patientinnen und Patienten > 75 Jahre) auch ethische und gesundheitsökonomische Gesichtspunkte tangiert, denen wir uns als Kardiologinnen und Kardiologen künftig stellen müssen. Invasive kardiale Therapien wie eine koronare Bypass-OP-Prozedur, komplexe interventionelle Therapieverfahren, die primärprophylaktische ICD-Implantation: Für die meisten dieser Therapieverfahren ist es gänzlich unbekannt, ob und in welcher Weise diese auch für ältere Patienten geeignet sind. Auch pharmakokinetische Eigenschaften und Sicherheitsprofile unserer angewandten adjunktiven Pharmakotherapie zur Risikofaktorenkontrolle, zur Thromobozytenaggregationshemmung, zur Antikoagulationstherapie, zur Vorhofflimmertherapie, aber auch moderne pharmakologische Therapieoptionen der chronischen Herzinsuffizienztherapie sind größtenteils für ältere Patientinnen und Patienten nicht untersucht.

Um unseren älteren Patienten, angesichts der bislang in weiten Bereichen für diese Altersgruppe fehlenden Evidenz besser gerecht werden zu können, wird es zunehmend unsere Aufgabe sein, individualisierte, an Leitlinien orientierte Entscheidungen zu treffen, welche die spezifische Risikokonstellation, die „Frailty“ und die Komorbiditäten des einzelnen älteren Patienten berücksichtigt und neue Versorgungskonzepte für diese Patientengruppen interdisziplinär evaluiert.

Geplante Aktivitäten

– Symposium „Herzerkrankungen beim älteren Patienten“ in Berlin/Köln 2020 (anschl. ggf. Publikation gemeinsames Statement im Namen der AG)

– Joint Meeting Deutsche Gesellschaft für Herz/Thoraxchirurgie 2020

– Joint Meeting Deutsche Gesellschaft für Geriatrie 2020

– Joint Meeting Deutsche Hochdruckliga (DHL) 2020

Mitglied werden

In den Arbeitsgruppen (AGs) kann jedes Mitglied mitarbeiten. Jedes interessierte Mitglied kann eine formlose Bitte um Aufnahme in eine AG an die Geschäftsstelle der DGK (arbeitsgruppen@dgk.org) richten.  Ein Aufnahmeantrag kann ebenfalls im Mitgliederbereich mit Hilfe der Mitgliedsnummer und des Passworts gestellt werden.

Kommissarischer Sprecher

Priv.-Doz. Dr. Harald Rittger
Klinikum Fürth
Med. Klinik I – Kardiologie
Jakob-Henle-Str. 1
90766 Fürth
Deutschland
Tel.: 0911 7580-1101
harald.rittger@klinikum-fuerth.de

Kommissarischer Stellvertreter

Prof. Dr. Stephan Rosenkranz
Herzzentrum der Universität zu Köln
Klinik III für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln
Deutschland
Tel.: 0221 478-32356
Tel.: 0221 478-3255
stephan.rosenkranz@uk-koeln.de