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Tätigkeitsbericht der AG2

AG 2 - Angiologie

Sprecher

Dr. Michael Lichtenberg

Stellvertreter

Prof. Dr. Christian Erbel

Jahresplan der AG2 Angiologie

Die Laufzeit der AG2 endet im April 2019. Der Tätigkeitsbericht gibt eine Übersicht über die Arbeit der AG2 der letzten 2 Jahre und die Planungen für die Jahre 2019 – 2021.

Die AG2 hat derzeit 181 Mitglieder. Aktuelle Sprecherin der AG ist Herr Dr. Michael Lichtenberg aus Arnsberg, stellvertretender Sprecher der AG ist Herr Prof. Dr. Christian Erbel aus Heidelberg. Der Nucleus besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern: Frau Prof. Dr. Christine Espinola-Klein aus Mainz (Past Sprecher seit 2017), Herrn Prof. Dr. Martin Andrassy aus Bruchsal, Frau Dr. Britta Heilmeier aus München und Herr Prof Dr. Wulf Ito aus Oberallgäu-Kempten.

Die Amtszeit des Sprechers endet im April 2019, Herr Prof. Dr. Erbel wird dann zum Sprecher und Herr Dr. Lichtenberg wechselt als „Past-Sprecher“ in den Nucelus.

Gemäß der Übergangsregelung der Geschäftsordnung der Arbeitsgruppen und der verbliebenen Laufzeit der AG2 sind alle weiteren Nucleus-Mitglieder im April 2019 neu zu wählen und wären auch alle wählbar.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Angiologie stand und steht bei der AG Angiologie das Thema interventionelle Therapie von Gefäßerkrankungen unter wissenschaftlichen und klinischen Aspekten im Focus. Hierzu sind in den letzten 2 Jahren große Anstrengungen unternommen worden, die nun anfangen Früchte zu tragen. In dem Curriculum Angiologie sind nun erstmals Interventionen mit aufgenommen werden, sodass jeder Bewerber für den Facharzt Angiologie und Interventionskenntnisse verfügt.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einführung der Zusatzqualifikation Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen (itag). Jeder interventionell tätige Arzt kann diese Qualifikation beantragen, wenn er die erarbeiteten Voraussetzungen erfüllt., d.h. diese Zusatzqualifikation ist nicht nur auf das Fachgebiet Angiologie beschränkt. Aufgrund des zunehmenden Drucks der Kollegen der Gefäßchirurgie ist dies ein sehr wichtiger Schritt, v.a. für die interventionell tätigen Angiologie, gewesen. Das Curriculum zur Zertifizierung von peripheren Interventionalisten stammt aus der AG2 (Frau Prof. Sigrid Nikol (Hamburg) und Frau Prof. Christiane Tiefenbacher (Wesel) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (Prof. Karl Schulte, Berlin)) und wird von Mitgliedern der AG in der Steuergruppe und im Gutachterkreis gelebt. Im Rahmen des Curriculums sind Fortbildungsveranstaltungen vorgesehen. Der erste Kurs fand letztes Jahr erstmals statt und in 2019 sind weitere zwei Kurse geplant. Das Fortbildungsangebot wird derzeit sehr gut angenommen und zeigt das große Interesse der jungen vaskulär tätigen Kollegen an dem interventionellen Bereich und der Zusatzbezeichnung.

Auch bei der Deutschen Gesellschaft für Angiologie steht das Thema interventionelle Therapie von Gefäßerkrankungen unter wissenschaftlichen und klinischen Aspekten im Focus. 2016 wurde eine neue „Kommission für Interventionelle Angiologie“ gegründet und 2017 fand im Rahmen der 11. Arnsberger Gefäßtage (Dr. M. Lichtenberg) vom 30.03.-1.4.2017 der erste Interventionelle Kongress der DGA statt, der in enger Abstimmung und Kooperation mit der AG2 der DGK geplant ist. Neben Live-Cases und wissenschaftlichen Neuerungen im Bereich der arteriellen und venösen Interventionen wird es auch viele Workshops und Hand-on Kurse geben. Eine Besonderheit ist ein Programm, das speziell für den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs geplant ist und gemeinsam mit dem Forum Junger Angiologen organisiert wird. Der zweite Interventionskongress wurde bereits 1 Jahr später in Hamburg (PD Dr. H. Krankenberg) veranstaltet. Der dritte Interventionskongress findet zusammen mit der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Leipzig im September statt (Prof. Dr. D. Scheinert). Dies zeigt, dass sich der Interventionskongress etabliert hat und nun auch eine feste Größe in der Deutschen Gesellschaft für Angiologie geworden ist.

Im Rahmen der DGK Herztage fand am 11.10.18 ein Kurs „Angiologie“ statt. Gefäßerkrankungen sind in den industrialisierten Ländern die häufigste Krankheits- und Todesursache. War früher noch die Gefäßchirurgie für die Behandlung für gefäßkranke Patienten zuständig, so hat in den letzten Jahren die Angiologie als jüngstes Teilgebiet der Inneren Medizin zunehmend an Bedeutung gewonnen. In Analogie zur den großen Erfolgen in der interventionellen Kardiologie haben insbesondere die enormen Fortschritte im Bereich der endovaskulären Verfahren einen Wandel zur minimalinvasiven endovaskulären Therapie herbeigeführt. Ist die interventionelle Kardiologie auf lediglich 3 Gefäße beschränkt, schließt die Angiologie das komplette arterielle und venöse Gefäßsystem ein. Diese Fortschritte sind v.a. Herrn Prof. Dr. T. Zeller aus Bad Krozingen und Herrn Prof. Dr. D. Scheinert zusammen mit Herrn PD Dr. A. Schmidt aus Leipzig zu verdanken. Die Kollegen haben mit Ihren Studien und innovativen Weiterentwicklungen der interventionellen Techniken zur Behandlung peripherer Gefäßveränderungen diese Therapie diesen Therapiebereich maßgeblich vorangebracht und in vielen Feldern Standards gesetzt, von denen alle mediznischen Bereiche profitieren.

Der Kurs „Angiologie“ bietet daher dem interventionell tätigen Kardiologen die Möglichkeit über den Tellerrand hinaus zu schauen sowie dem Generalisten der Inneren Medizin, sein Verständnis der Gefäßmedizin zu vertiefen.

Donnerstag, 11. Oktober 2018 08:00–11:00 Uhr, Saal Rom Vorsitz: Prof. Dr. Oliver Weingärtner, Jena

Prof. Dr. Thomas Zeller, Bad Krozingen

08:00–08:45Uhr „Dicke Beine“: Ursachenforschung und Therapieoptionen

Dr. Christian Erbel, Heidelberg

Diskussion (15 Min.)

08:45 – 09:30 Uhr Drei pAVK Leitlinien seit 2015: Was ist neu, was ist unterschiedlich, was sollte beachtet werden?

Prof. Dr. Christine Espinola-Klein, Mainz

Diskussion (15 Min.)

09:30–10:15 Uhr Atherosklerose von Viszeralarterien: Wann und wie behandeln?

Prof. Dr. Holger Reinecke, Münster

Diskussion (15 Min.)

10:15 – 11:00 Uhr Komplikationsmanagement bei peripheren Interventionen

Dr. Andrej Schmidt, Leipzig Diskussion (15 Min.)

Darüber hinaus ist auf der Jahrestagung der DGK in Mannheim 2019 wieder eine Sitzung der AG Angiologie geplant, die die interventionelle Therapie von Gefäßerkrankungen zum Schwerpunkt hat.

Mittwoch, 24. April 2019 13:30 bis 15:00 Uhr

Arbeitsgruppe „Angiologie - AG2“

Herausforderungen in der Angiologie

Vorsitz: M. Lichtenberg (Arnsberg), C. Erbel (Heidelberg)

Saal 2

13:30 V4 Neue Strategien zur endovaskulären Below the knee-Therapie bei kritischer Ischämie


E. Blessing (Karlsbad)

14:45 Diskussion

13:50 V5 Kalzifizierte SFA Stenosen – eine Herausforderung im Alltag

M. Andrassy (Bruchsal)

14:05
 Diskussion

14:10 V6 Risikostratefizierung von Carotis-Stenosen

J. Arjumand (Wuppertal)

14:25
Diskussion

14:30 V7 Akute Beckenvenenthrombose – wen behandele ich interventionell?

R. de Graaf (Friedrichshafen)

14:45
 Diskussion


14:50 V8 Diskussion
Curriculum itag – aktueller Stand

M. Lichtenberg (Arnsberg)

Ein wichtiges Thema ist die Vernetzung und Motivation zum Beitritt als Mitglied in unsere Arbeitsgruppe. Dies wird neben den Wahlen das Hauptthema auf der kommenden Mitglieder-versammlung der AG sein. Denkbar sind eine Plattform zur Kommunikation auf der Webseite der DGK sowie eine engere Verbindung zur Deutschen Gesellschaft für Angiologie und zur Working Group „Aorta and Peripheral Vascular Diseases“ mit jeweils Vernetzung auf der Webseite.

Im Rahmen dieser Vernetzung ist es unseres Erachtens wichtig dies sowohl für wissenschaftliche Aspekte als auch klinische Aspekte zu nutzen. Beispielsweise können so aktuell geplante Registerstudien besser organisiert werden und neue Fragen aus der Versorgungsforschung zu bearbeiten. Hier ist neben einem Register zur Erfassung arterieller Interventionen gemeinsam mit der DGA auch ein Register zur Erfassung venöser Interventionen in Planung.

Darüber hinaus ist es ein gemeinsames Anliegen der AG2 zusammen mit der DGA ein Positionspapier zur endovaskulären Therapie venöser iliofemoraler Obstruktionen zu verfassen. Eine konkrete Arbeitsgruppe unter Leitung von Michael Lichtenberg und Christian Erbel wurde auf der Jahrestagung der DGA im September 2016 in Dresden gegründet. Ziel des Positionspapieres ist die Festlegung von Qualitätsstandards für die Indikationsstellung, Durchführung und Nachsorge von venösen Interventionen

Neben den Interventionen nimmt die konservative Therapie aufgrund von großen randomisierten Medikamenten-Studien wieder zunehmende eine wichtige Rolle ein. Über allem steht die Motivation und Begleitung der Veränderung der Lebensgewohnheiten bei den vaskulär erkrankten Patienten. Dies ist die eigentliche Wunder-Therapie und ist doch so schwierig umzusetzen. Durch die neuen medikamentösen Therapieformen wie eine niedrig dosierte Antikoagulation oder neue Cholesterinsenker oder neue Diabetesmedikamente haben wir feststellen müssen, dass die Patienten mit einer vaskulären Erkrankung, v.a. die pAVK Patienten, wesentlich besser behandelt werden können und in Zukunft auch müssen. Die konservative Therapie ist ein wesentliches Standbein der Kardiologie und Angiologie, den wir weiter stärken sollten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der AG2 wird in den nächsten 2 Jahren die bessere Verzahnung von Kardiologie und Angiologie sein. Dies fängt schon im Krankenhaus und in der Praxis an. In der Kardiologie werden die Beinbeschwerden meist nicht erfragt, geschweige denn eine offene Wunde im Fußbereich klinisch diagnostiziert. Umgekehrt werden die pAVK Patienten angiologisch gut betreut, aber kardiologisch oft nicht angebunden, obwohl v.a. die pAVK IV eine sehr schlechte Lebenserwartung haben, oft aufgrund von kardialen Komplikationen. Hier bedarf es Programme und Angebote, um dies zum Wohle des Gefäß-Patienten zu verbessern.