| Clin Res Cardiol 107, Suppl 1, April 2018 |
||
| Transfemorale Aortenklappenimplantation (TAVI) bei hochbetagten Patienten über 90 Jahre – eine sichere Therapieoption? | ||
| C. Koban1, M. Okamoto1, M. Neuß1, A. Haase-Fielitz1, F. Hölschermann1, G. Tambor1, C. Butter1 | ||
| 1Herzzentrum Brandenburg / Kardiologie, Immanuel Klinikum Bernau, Bernau bei Berlin; | ||
|
Einleitung: Die Einführung der TAVI hat das therapeutische Vorgehen bei Aortenklappenstenosen verändert. Für die Octogenerians zeigen die PARTNER 1 bis 3 Studie und die SURTAVI Studie überzeugende Ergebnisse, dass sich die Überlebenschancen inoperabler Patienten mit schwerer symptomatischer Aortenklappenstenose durch Implantation einer TAVI deutlich verbessern und einer konventionellen Operation mindestens ebenbürtig sind. In wie weit dies für das wachsende Patientenklientel der über 90 Jährigen (Ü90) gilt, ist bisher kaum untersucht.
Ziel: Ziel dieser retrospektiven Longitudinalstudie war die Erfassung der Überlebenszeit und die Analyse hämodynamischer und paraklinischer Parameter über den Nachbeobachtungszeitraum bei Patienten, die zum Zeitpunkt des Eingriffs bereits über 90 Jahre alt waren.
Material und Methode: Die Patienten wurden in halbjährigen Abständen in unserer Herzinsuffizienzambulanz vorstellig bzw. telefonisch nachverfolgt. Laborchemische und echokardiographische Verlaufskontrollen wurden durchgeführt.
Ergebnisse: Im Zeitraum Juli 2008 bis November 2017 wurden in unserer Klinik mehr als 1750 TAVI Eingriffe durchgeführt. 82 Patienten (4.7%) waren über 90 Jahre alt (range 90-105 Jahre). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei Implantation der TAVI bei 91.7 Jahren, der Männeranteil bei 24.4%. Der durchschnittliche EUROSCORE II betrug 24.5 ± 15 Punkte. Die Patienten konnten im Mittel über einen Zeitraum von 14 Monaten (range 0 Monate bis 6 Jahre) nachbeobachtet werden. Die postinterventionelle Krankenhausletalität lag bei 4.9%. . Das 1-Jahres-Überleben betrug 89%, das 2-Jahres-Überleben 87%. Es konnte eine Reduktion des mittleren Druckgradienten von 47 prä auf 11 mmHg nach TAVI erzielt werden. Gleichzeitig reduzierte sich das NTproBNP als Marker der neurohumoralen Aktivierung von im Mittel 6118 ± 6566 auf 4411 ± 4893 ng/ml nach TAVI<!--[if !supportAnnotations]-->[ahf_mh1]<!--[endif]-->
Schlussfolgerung: Auch für das ständig wachsende Patientenklientel der Nonagenerians lassen sich durch die Implantation einer TAVI 2 Jahres-Überlebensraten von nahezu 90% erreichen. Nach kritischer Patientenauswahl scheint die Implantation einer TAVI für diese hochbetagten Patienten eine sichere und adäquate Therapieoption bei schwerer Aortenklappenstenose darzustellen. Abb. 1: Sterblichkeit nach TAVI im zeitlichen Verlauf Abb. 2: Überleben nach TAVI im zeitlichen Verlauf |
||
|
http://www.abstractserver.de/dgk2018/jt/abstracts//V985.htm |