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Clin Res Cardiol (2022). https://doi.org/10.1007/s00392-022-02087-y |
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| Prozessoptimierung im EP-Labor: Wie vorteilhaft ist der Einsatz des sterilen Assistenzpersonals tatsächlich? | ||
| H. C. Kopping1, V. Ecker1, E. Ruhl1 | ||
| 1Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar; | ||
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Hintergrund: Im EP-Labor nehmen die vorbereitenden Maßnahmen wie z.B. das fachgerechte Entlüften aller benötigten Leitungen und das Richten der technischen Komponenten bei den elektrophysiologischen Untersuchungen viel Zeit in Anspruch. Das EP-Assistenzpersonal kann entweder nicht-steril dem Arzt/ der Ärztin das notwendige Material anreichen oder steril am Untersuchungstisch unterstützend elementare Aufgaben übernehmen. Der tatsächliche Nutzen einer sterilen Assistenz ist bislang nicht hinlänglich nachgewiesen. Fragestellung: 2. Inwiefern ist die sterile EP-Assistenz eine Aufwertung hinsichtlich zeitlicher und organisatorischer Kriterien? Methoden: Einem Prä-Post-Design zugrundeliegend erfolgt eine Evaluation der Vorbereitung bei zwei unterschiedlichen EP-Prozeduren: Supraventrikuläre Tachykardie (SVT) und Pulmonalvenenisolation (PVI). Analysiert werden mehrere Untersuchungsabschnitte hinsichtlich ihres zeitlichen Aufwandes, jeweils angepasst an SVT und PVI. Verglichen wird hierbei eine nicht-sterile Arbeitsweise mit zwei nicht-sterilen EP-Assistenten/innen gegenüber einem sterilen Konzept mit einer nicht-sterilen und einer sterilen EP-Assistenz. Ergebnisse: Gerade am Anfang der Untersuchung hat die nicht-sterile Assistenz kurzzeitig mehr Aufgaben gleichzeitig zu erledigen (Protokollierung, Anreichen von Material, Patientenbetreuung), aber durch einen standardisierten Ablauf fällt der Mehraufwand gering aus. Die sterile Assistenz muss fachgemäß in die Materialvorbereitung eingewiesen werden, kann jedoch nach kurzer Zeit diese eigenständig durchführen. Retrospektive Analysen von SVT- und PVI- Prozeduren (jeweils n=20) zeigen eine durchschnittliche Dauer der Materialvorbereitung von 13 min bei SVTs und 28 min bei PVIs. Bei einer durchschnittlichen Untersuchungsdauer von 67 Minuten bei SVTs entspricht das 19,4% der Zeit, bei PVIs mit einer durchschnittlichen Dauer von 104 Minuten 26,9%. Nach Sichtung der bisherigen Daten steht zu erwarten, dass diese Dauer um ein Drittel reduziert werden könnte. Aktuell wird die Fragestellung anhand eines eigens erstellten Zeiterfassungsmodells und einer entsprechenden organisatorischen Strukturierung prospektiv untersucht. Schlussfolgerung: Die finale Auswertung wird hinsichtlich der Prozessoptimierung sowie der Effizienzsteigerung Aufschluss über ein Vorliegen eines Mehrwerts einer sterilen Assistenz im EP-Labor geben. |
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https://dgk.org/kongress_programme/ht2022/aP651.html |