| Clin Res Cardiol 108, Suppl 2, October 2019 |
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| Auswirkungen des Mitraclips auf die Rechtsherzfunktion und die Trikuspidalklappeninsuffizienz | ||
| A. Ahmed1, K. M. Sveric1, F. M. Heidrich1, A. Linke1, C. Pflücke1 | ||
| 1Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Herzzentrum Dresden GmbH an der TU Dresden, Dresden; | ||
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Background: Das MitraClip stellte eine therapeutische Option für Patienten mit symptomatischer Mitralinsuffizienz und erhöhtem OP-Risiko dar. Es ist annehmbar, dass die Mitralinsuffizienz eine Verschlechterung der Rechtsherzfunktion durch die Volumen- und Drucküberladung verursacht. Die genauen Auswirkungen auf den Verlauf der Rechtsherzfunktion durch eine alleinige Reduktion der MI ist bisher nicht ausreichend untersucht worden. Gerade die Frage, ob eine gleichzeitige operative Therapie einer koexistierenden schweren Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) notwendig ist, ist mitunter schwierig zu beantworten. Methode: Alle beobachteten Patienten wurden prospektiv mittels ausführlicher 2D und 3D-Echokardiographie vor und 6 Monate nach MitraClip-Implantation untersucht. Die RV-Funktion wurde mit 4 Parametern (TAPSE in cm, TASV in cm/s, RVFAC in % und MPI) evaluiert. Der RVSP (in mmHg) wurde als Hinweis für das Vorliegen einer pulmonalen Hypertonie und somit als RV-Nachlast bestimmt. Weitere Parameter stellten der Schweregrad der TI und die RV- und RA-Diameter (in cm) und Volumina (in ml) dar. Resultate: 37 Patienten (76% davon männlich, Alter 80.6 ± 8.2) wurden rekrutiert. 6 Monate (±3) nach Mitraclip-Implantation zeigte sich durchschnittlich eine signifikante Verbesserung der Rechtsherzparameter. Die RV-Funktion zeigte durchschnittlich in allen gewählten Funktionsparametern eine signifikante Verbesserung (TAPSE 15.6 ±4.2 vs. 16.3 ±4.2, p<0,01), (TASV 9.4 ±2.5 vs. 10.7 ±2.9, P<0,01), (RVMPI 60.6 ±12,2 vs. 53.1 ±12.0, p<0,02), (RVFAC 32.2 ±10,2 vs. 38.5 ±9.9, p<0.06). Der RVSP zeigte lediglich eine Reduktion im Trend (53.1 ± 12.5 vs. 45.4 ±12.5, P< 0,16). Darüber hinaus stellten sich die Dimensionen und Volumen von dem rechten Atrium und Ventrikel regredient dar (RA-Fläche 24.8 ±7,3 vs. 24.4 ±6.3, p<0,001), (RVEDD 21.4 ±6.0 vs. 20.4 ±5.2, p< 0,001), (RVESD 14.6 ±4.7 vs. 12.8 ±4.6, p<0.001), (RV-Diameter longitudinal Mean 7.5 ± 1.2 vs. 7.4 ± 1.2, p< 0,001), (RV-Diameter basal 4.7 ±0.8 vs. 4.6 ±0.7, p<0,001), (RV-Diameter Mitte 3.2 ±0.7 vs. 2.9 ±0,7, p<0.002), (RA-Volumen 91.3 ±41.4 vs. 84.8± 33.0, p<0.001), (RVEDV 58.0± 23.6 vs. 52.8 ± 18.8, P<0.001), (RVESV Mean 32.4 ± 15.5 vs. 26.1 ± 13.7, P< 0,001). Auch der Schweregrad der TI zeigte sich nach 6 Monaten durchschnittlich signifikant vermindert (2.1 ±0.8 vs. 1.7 ±0.7, p<0.001). Zusammenfassung: Eine Reduktion der Mitralinsuffizienz mittels Mitraclip führt durchschnittlich zu einer deutlichen Verbesserung der Rechtsherzparameter, insbesondere der RV-Funktion. Verbunden damit zeigt sich zudem häufig ein Rückgang des TI-Schweregrades. Ein zunächst abwartendes, schrittweises Vorgehen bzgl. einer residualen TI erscheint gerechtfertigt. |
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https://www.abstractserver.com/dgk2019/ht/abstracts//PP145.htm |