Clin Res Cardiol 107, Suppl 3, October 2018

Langzeitergebnisse der sondenlosen endokardialen CRT (WiSE-CRT) nach frustranem konventionellem CRT - Versuch
S. Fehrendt1, M. Seifert1, V. Möller1, C. Georgi2, C. Butter1
1Herzzentrum Brandenburg / Kardiologie, Immanuel Klinikum Bernau, Bernau bei Berlin; 2Herzzentrum Brandenburg, Immanuel Klinikum Bernau, Bernau bei Berlin;

  

 

Hintergrund: Die endokardiale CRT (WiSE-CRT) hat sich im Rahmen der WiSE-CRT- und LV-SELECT-Studie als eine sichere Alternative zur konventionellen Resynchronisationstherapie gezeigt. Als weltweit erste sondenlose CRT richtet sie sich derzeit vorrangig an Patienten, die aus anatomischen oder prozeduralen Gründen nicht erfolgreich mit einer epikardialen LV-Sonde versorgt werden können. Unbekannt ist die Langzeitperformance dieser vielversprechenden Methode im Hinblick auf klinische und paraklinische Herzinsuffizienzparameter.

                                                                                             

Methoden: Alle WISE-CRT- Implantationen von 04/2011 bis 01/2018 aus unserem Zentrum [n=14; ♂ n=12 / ♀ n=2; Alter 68,6±12 (41-87) Jahre; ICM n=6 und NICM n=8 LVEF 24,2 ± 7,8%, QRS 170±19ms, NT-proBNP 2129±1.199pg/ml] wurden prospektiv alle 3 Monate bis zu 5 Jahre untersucht und analysiert.

Dabei wurden 10 Patienten ohne geeignete Zielvene (davon eine Patientin mit nicht beherrschbarer Nervus-Phrenicusstimulation) und 4 Patienten ohne Zugangsweg für eine konventionelle CRT mit dem WiSE-CRT-System versorgt.

 

Ergebnis: Das mittlere Follow-up-Intervall lag bei 2,1±1,9 Jahren (0,25 bis  5 Jahre). Drei Patienten verstarben während des Beobachtungszeitraums (zwei Pat. im Rahmen der Herzinsuffizienz, ein Patient an einem Nierenzellkarzinom). Zwei Patienten befinden sich nach sieben Jahren weiterhin in unserer Nachsorge.

Die NYHA - Klasse verbesserte sich von 2,8±0,3 auf 2,2±0,7, p=<0,5 nach sechs Monaten und auf 1,7±0,6, p =<0,001 nach 5 Jahren. Auch die echokardiographischen Parameter verbesserten sich signifikant (LVEDD von 67 ±13,5 mm auf 62,±7,7 mm, p =< 0,001 und LVEF von 24,2 ± 7,8 % auf 32,2±10%, p=0,001) nach bereits sechs Monaten. Im Mittel zeigte sich nach sechs Monaten eine QRS-Reduktion um -24 ms ( p = < 0,001) unter biventrikulärer Stimulation als auch eine Reduktion des intrinsischen QRS um -10 ms über 5 Jahre. Im Langzeitverlauf konnte durch technische Optimierung als auch durch medikamentöse Frequenzlimitierung eine signifikante Steigerung des biventrikulären Stimulationsanteils von 74% auf im Mittel 96% erreicht werden.

 

Zusammenfassung: Die WiSE-CRT zeigt eine gute Langzeitperformance bei Patienten, die mit der konventionellen CRT nicht versorgt werden können. Dabei scheint die klinische und paraklinische Verbesserung mit der konventionellen CRT vergleichbar. Größere klinische Studien und Register müssen die Effektivität dieser innovativen Therapie weiter belegen.

 

 

 

Baseline

3 Monate

6 Monate

2 Jahre

5 Jahre

n

14

14

13

11

3

NYHA

2,8±0,4

2,6±0,5

2,2±0,7*

2,4±0,7*

1,7±0,6**

QRS intrinsisch (ms)

170±19

169±25

158±11*

176±32

160±34*

QRS unter CRT (ms)

 

154±26**

146± 22

154,5±27

141±17

LVEF (%)

24,2±7,8

 

32,2±10**

28 ±10,5

33,0±1,0*

LVEDD (mm)

67 ±13,5

 

62 ± 7,7**

61,7,±14,8**

62,3±12

LVEDV (ml)

198,5±95

 

193 ±73

192±114

181±63*

Anteil BV (%)

0

74±35

82±26

93,3±6,8  **

95,7±3,8 **

 

** p = < 0,01, * p = <0,05


http://www.abstractserver.de/dgk2018/ht/abstracts//P545.htm