| Clin Res Cardiol 107, Suppl 3, October 2018 |
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| Fallvorstellung: Herzinsuffizienztherapie mit einem Leadless CRT unter Kontrolle eines pulmonalarteriellen Drucksensors | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| S. Fehrendt1, M. Seifert1, V. Möller1, C. Georgi2, C. Butter1 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1Herzzentrum Brandenburg / Kardiologie, Immanuel Klinikum Bernau, Bernau bei Berlin; 2Herzzentrum Brandenburg, Immanuel Klinikum Bernau, Bernau bei Berlin; | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Hintergrund:
Wir berichten über einen 74jährigen Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie und hochgradig eingeschränkter LVEF (34%). Als relevante Nebenerkrankungen bestehen ein AVB III°, eine mittelgradige Mitral- und hochgradige Trikuspidalklappeninsuffizienz, der Zustand nach Aorta-ascendens-Ersatz + MKR 2005 sowie eine große Struma nodosa mit Trachealeinengung, die im Verlauf reseziert wurde. Med: Apixaban 2x5 mg, Valsartan 80 mg, Metoprolol 47.5 mg, Spironolacton 25 mg, Torem 20 mg Therapie und Verlauf: Der Patient war 2016 erstmals bei uns im Hause zur Explantation eines CRT-D-Systems bei Sondenendoplastitis mit septischem Schock stationär. Aufgrund von Schrittmacherabhängigkeit bei AVB III° wurde in gleicher Sitzung ein epikardialer VVI-Herzschrittmacher implantiert. Die CS-Sonde konnte nicht vollständig explantiert werden, so dass ein LV-Sondenrest in der posterioren Coronarvene verblieb. Nach drei Monaten verlief der Versuch einer transvenösen Re-Implantation eines CRT-D frustran da keine geeignete linksventrikuläre Zielvene mehr sondierbar war. Der Patient erhielt daher in 10/2017 zunächst einen Zweikammer-ICD. Zur besseren Überwachung und Steuerung der Herzinsuffizienztherapie wurde in 11/2017 ein Drucksensor in die Pulmonalarterie implantiert. Im Verlauf (01/2018) entschloss man sich zusätzlich zur Implantation eines ultraschallgesteurten leadless CRT mit endokardialer LV-Sonde (WISE-CRT). Der Patient erhält zur Nachsorge aktuell dreimonatliche Abfrage des ICD und des WISE-CRT sowie ein kontinuierliches Monitoring durch den Pulmonalarteriensensor. Der mittlere PA-Druck reduzierte sich innerhalb von sieben Monaten von 22,3 mmHg hochsignifikant auf 14,6 mmHg. Insbesondere nach der CRT-Implantation konnte ein deutlicher Abfall des PA-Druckes registriert werden. Klinisch wurde unter 98% biventrikulärer Stimulation eine Verbesserung von NYHA III auf NYHA II erzielt. Schlussfolgerung: Bei diesem herzinsuffizienten Patienten mit komplexer Vorgeschichte und Z.n. CRT-Systemexplantation konnte durch die Implantation eines Leadless CRT eine kardiale Re-Stabilisierung erzielt werden obwohl die Re-Implantation eines konventionellen CRT-Systems nicht möglich war. Eine Thorakotomie konnte umgangen werden. Durch den Pulmonalarteriendrucksensor gelang eine gute Kontrolle der Herzinsuffizienztherapie. Neben der medikamentösen Therapie konnte sowohl nach Wiederherstellung der AV-synchronen Stimulation durch ein transvenöses Zweikammersystem ein signifikanter sowie im Verlauf nach Wiederbeginn der CRT ein hochsignifikanter Rückgang des pulmonalarteriellen Druckes verzeichnet werden. Ausblick: In Kürze sind die Sechsmonatsdaten des Pat. nach der WISE-CRT-Implantation zu erwarten. In diesem Rahmen erfolgt zusätzlich die Evaluierung echokardiographischer Parameter. Abb 1. Systol. (rot), mittlerer (blau) und diastol. (grün) PA-Druck in einer Trenddarstellung, Gelbe Markierung bei der
WISE-CRT-Implantation, Quelle: Merlin.net, St. Jude medical
Quelle: Merlin.net, St. Jude medical |
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http://www.abstractserver.de/dgk2018/ht/abstracts//P536.htm |
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