Clin Res Cardiol 106, Suppl 2, October 2017 |
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Randomisierte Studie zur elektrischen Therapie von Vorhofflimmern mittels Cardioversion versus Defibrillation (VCD-Studie) | ||
D. Franzen1, M. Gercken2 | ||
1Praxis Prof. Dr. Damian Franzen, Köln; 2Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum der Universität zu Köln, Köln; | ||
Seit Erstbeschreibung 1962 von LOWN wird Vorhofflimmern durch eine R-Zacken gesteuerte Abgabe eines Stromimpulses (Cardioversion) durchgeführt. Hintergrund sind Untersuchungen von King, wo bei der ohne Synchronisation durchgeführten Defibrillation der Stromstoss die vulnerable T-Welle Kammerflimmern induzieren könnte. Neuere Studien lassen vermuten, dass die Komplikation primär durch Anwendung geringer Energie Dosen auftreten kann. Ziel der prospektiven und randomisierten Studie war der offene Vergleich zwischen der R-Zacken gesteuerten Cardioversion und der Defibrillation des Vorhofflimmers an 2 Studienzentren in Köln (ambulant in Kardiologischer Praxis und stationär in Kardiologischer Uniklinik). Primäre Studien-Endpunkte waren das Auftreten von Kammerflimmern, anhaltende Kammertachykardien oder Asystolie in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Elektrotherapie des Vorhofflimmerns (2 Stunden). Nach mündlicher und schriftlicher Aufklärung wurden 265 Patienten, davon in der Praxis 134 und in der Universitätsklinik 131 männliche und weibliche Patienten (mittleres Alter 68 + 11 Jahre) gemäß Randomisation entweder mit Cardioversion (n=140) oder mit mono- und biphasischen Defibrillation (n = 124) im Rahmen einer Kurznarkose behandelt. Die Energie Dosis lag bei mindestens 100 Joule bei Cardioversion oder biphasischer und bei 150 Joule bei monphasischer Defibrillation. Bei im Mittel 1,5 Versuchen wurden bei der Cardioversion in 92 % und bei der Defibrillation in 87 % einen Sinusrhythmus erreicht. Bei einem 65 jährigen Mann in der Klinik kam unter Defibrillation mit 200 Joule zu Kammerflimmern, nach 2 weiteren Schocks konnte ein Sinusrhythmus erreicht werden. Bei einem 71 jährigen Mann kam es unter biphasischer Defibrillation mit 100 Joule in der Klinik zur einer 5 Sekunden anhaltenden Asystolie. Weitere Komplikationen wie auch Hinweise für embolische Komplikationen wurden in einem Bebachtungszeitraum von 14 Tagen nicht beobachtet. Kein Patient verstarb. Zusammenfassung: Die vorgelegte Studie zeigt, dass die elektrische Therapie des Vorhofflimmern genauso risikoarm mit einer einfachen Defibrillation wie mit der Geräte-aufwendigen Cardioversion durchgeführt werden kann. Ebenso kann eine Elektrotherapie bei gleichem Risiko stationär oder ambulant durchgeführt werden. |
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http://www.abstractserver.de/dgk2017/ht/abstracts//P207.htm |