| H463 | Akute Aortendissektion: Welche Therapiestrategien sind gesichert? |
| K.Pethig | |
| Klinik Inn. Medizin I / Kardiologie Universität Jena, Jena. | |
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Dissektionen der Aorta sind die Folge einer Erkrankung der Aortenwand mit Schwächung des Intima-Media Überganges. Aufgrund der assoziierten Komplikationen sind akute Dissektionen als kardiovaskulärer Notfall einzustufen. Therapieziel ist die Vermeidung einer Ruptur bzw. einer zerebralen oder intestinalen Malperfusion. Bildgebendes Verfahren der ersten Wahl ist die transthorakale bzw. die transösophageale Echokardiographie. Bezüglich therapeutischer Optionen und Therapiestrategien muss zwischen Dissektionen unter Miteinbeziehung der Aorta ascendens (Stanford Typ A) sowie solchen, die distal der Arteria subclavia auftreten (Typ B), unterschieden werden. Wegen der hohen Ruptur-Gefahr bedarf die akute Typ A Dissektion der Aorta ascendens in jedem Fall einer sofortigen Behandlung. Verfahren der ersten Wahl ist ein operativer Ersatz der ascendierenden Aorta mit oder ohne Erhalt der nativen Aortenklappe. Im Falle einer persistierenden Malperfusion besteht die Indikation zur interventionellen oder operativen Fenestration der Dissektionsmembran. Therapieverfahren der ersten Wahl für die komplikationslose akute Typ B Dissektion ist ein konservativ medikamentöses Vorgehen mit strikter Blutdruckkontrolle. Eine Indikation zur operativen Therapie besteht bei nachgewiesener oder drohender Perforation. Im Falle einer Malperfusion stehen auch hier Verfahren zur interventionellen Fensterung zur Verfügung. Zunehmende Erfahrungen gibt es mittlerweile mit der Implantation von aortalen Stent-Grafts mit dem Ziel eines Verschlusses des initialen Entries. Bisher publizierte Daten zeigen eine technisch zuverlässige Machbarkeit sowie ein vertretbares Risiko. Nach Einzelfall bezogener Abwägung kann sie als Alternative zur chirurgischen Versorgung in Erwägung gezogen werden. Eine mögliche prognostische Indikation bei unkomplizierter Typ B Dissektion (mit dem Ziel einer Prävention der aneurysmatischen Transformation) sollte derzeit laufenden, randomisierten Studien vorbehalten bleiben. |