H346 Entzündungsmarker: Hilfe für die Therapieentscheidung?
W.Koenig
Abt. Innere Med. II Kardiologie Med.Universitätsklinik Ulm, Ulm.

Die Atherosklerose stellt einen lokalen, unspezifischen inflammatorischen Prozess dar, der von einer systemischen Antwort begleitet wird. In einer Vielzahl prospektiver Studien konnte gezeigt werden, dass bereits gering erhöhte Konzentrationen einer Reihe systemischer inflammatorischer Marker bei gesunden Personen, aber auch bei Patienten mit manifester Atherosklerose starke unabhängige Prädiktoren für kardiovaskuläre Ereignisse darstellen. Das C-reaktive Protein (CRP), als klassisches Akute Phase Protein, ist ein für die Praxis geeigneter Biomarker um derartige Zusammenhänge zu erfassen. Das Messverfahren ist gut standardisiert und hoch-sensitive Assays mit ausreichender Präzision stehen für den klinischen Einsatz zur Verfügung. Ein unlängst von der AHA/CDC veröffentlichter Konsensusbericht empfiehlt die Bestimmung von CRP bei asymptomatischen Personen mit intermediärem Risiko für ein koronares Ereignis (10-20% über 10 Jahre) sowie bei bestimmten Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom. Ob CRP zur Therapieentscheidung bezüglich des Einsatzes eines Statins bei Personen ohne klinisch manifeste Atherosklerose herangezogen werden kann, wird derzeit in einer grossen randomisierten, doppelblinden Therapiestudie geprüft. Letztlich muss aber noch in weiteren prospektiven Studien definitiv geklärt werden, ob die zusätzliche Bestimmung von CRP die Risikoprädiktion im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Risiko Scores wie z. B. dem Framingham Risk Score oder dem PROCAM Score verbessert.