| H344 | Troponine: Gibt es Unterschiede? |
| E.Giannitsis | |
| Abt. Innere Medizin III, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg. | |
|
Kardiale Troponine sind etablierte kardiale Marker für die Klassifikation, Risikostratifizierung und Therapiesteuerung von Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom. Prinzipiell scheint kardiales Troponin T (cTnT) und kardiales Troponin I (cTnI) vergleichbar. Allerdings muß angesichts biochemischer, präanalytischer und analytischer Unterschiede zwischen cTnT und der Vielzahl kommerzieller cTnI Assays, die klinische Performance für jeden einzelnen Test und für jede Fragestellung belegt sein. Im direkten Vergleich verschiedener Assays können erhebliche Unterschiede in der korrekten Risikozuordnung des Patienten auftreten. Die fehlende Standardisierung der cTnI Assays mit Kalibrierung auf verschiedene Standards in Kombination mit einer unterschiedlichen Präzision an der unteren Nachweisgrenze, kann die Diagnose eines Myokardinfarkts nach der neuen Infarktdefinition (cTn > 99.Perzentile, gemessen mit CV < 10 %) ungünstig beeinflussen. Unterschiede zwischen cTnT und cTnI zeigen sich vor allem bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz. Bedingt durch eine verlängerte effektive Eliminationshalbwertszeit, und teilweise auch durch unterschiedliche Metabolisierung der Troponine kommt es zu einer Akkumulation von cTnT mit einem signifikanten Anstieg der Prävalenz erhöhter cTnT-Werte. Dagegen werden erhöhte cTnI Konzentrationen nur bei einem geringen Teil asymptomatischer Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz gesehen. Dieser vermeintliche Nachteil für cTnT weist sich allerdings für die Einschätzung der Prognose als ein Vorteil heraus, da cTnT eine abgestufte Risikodiskriminierung nach Höhe des cTnT zuläßt, während eine Risikostratifizierung mit cTnI nicht möglich ist. Zusammenfassend zeigt sich, dass bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom priniziell eine Vergleichbarkeit zwischen cTnT und cTnI besteht, sofern die Qualität des cTnI durch kontrollierte Studie(n) belegt ist. Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz, bei denen pathophysiologische Mechanismen, Proteinmetabolismus und -elimination eine besondere Herausforderung an die Troponindiagnostik stellen, ist die Überlegenheit von cTnT gegenüber cTnI belegt. Für andere klinische Fragestellungen muss die Vergleichbarkeit im Einzelfall geprüft werden. |