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Die Diagnose des akuten Myokardinfarktes wurde nach der CONSENSUS-Konferenz der European Society of Cardiology und dem American College of Cardiology nach biochemischen Kriterien neu definiert. Danach ist jede Freisetzung von CK-MB und Troponin bei entsprechenden klinischen Beschwerden als Myokardinfarkt zu werten. Wenn es nach wiederholter Messung zu keinem Anstieg von Troponin T oder Troponin I kommt, ist klinisch von einer instabilen Angina pectoris auszugehen. Die fehlende Freisetzung von Troponin schließt aber eine koronare Herzerkrankung mit hämodynamisch wirksamen Stenosen nicht aus. Dieser Befund besagt nur, dass der Patient nicht akut gefährdet ist. Die weitere, ggf. invasive Abklärung hat nach den üblichen Kriterien bei stabiler Angina pectoris zu erfolgen. Ebenso ist die Indikation zur Revaskularisation nach dem koronarangiographischen Befund zu stellen. Kurzfristig ist bei diesen Patienten durch die Revaskularisation oder die Gabe von Glykoprotein IIb/IIIa-Antagonisten keine Prognoseverbesserung zu erwarten. Die Gabe von Clopidogrel über 9 Monate wird von den Leitlinien empfohlen und sollte nach individueller Beurteilung erfolgen. Langfristig ist die Prognoseverbesserung durch eine Revaskularisation wie bei der stabilen Angina pectoris zu beurteilen.
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