H181 IVUS-geführte Stentimplantation: Bessere Ergebnisse als das Standardvorgehen?
F.-J.Neumann
Herzzentrum Bad Krozingen, Bad Krozingen.

Untersuchungen mit intravaskulärem Ultraschall (IVUS) haben wesentlich dazu beigetragen, die Implantationstechnik koronarer Stents zu verbessern. Unzulänglichkeiten in der Stentplazierung, wie unvollständige Stentapposition und -expansion, lassen sich sonographisch leichter darstellen als angiographisch. IVUS kann außerdem mit hoher Sensitivität residuelle Dissektionen nachweisen, die angiographisch übersehen werden können, wenn die Zahl der Projektionen bei der angiographischen Endkontrolle unzureichend ist. Die wichtigste Botschaft der frühen IVUS Studien war, dass ein angiographisches Ergebnis, das unter den Bedingungen der einfachen PTCA akzeptabel gewesen wäre, bei Stentimplantation ein suboptimales Früh- und Langzeitergebnis mit sich bringt. IVUS Untersuchungen haben gezeigt, dass der Stent auf die ideale Kontur des Gefäßes voll entfaltet sein muss und in verschieden hochauflösenden Projektionen untersucht werden muss, um residuelle Dissektionen zu erkennen und gegebenenfalls abzudecken. Unter Berücksichtigung dieser Prinzipien hat die “Optimization with ICUS to Reduce Stent Restenosis” (OPTICUS)-Studie den Wert des IVUS mit einem prospektiven randomisierten Studiendesign überprüft. In OPTICUS wurden 550 Patienten eingeschlossen, die randomisiert der IVUS-geführten Stentimplantation oder der konventionellen angiographischen Implantationstechnik zugeteilt wurden. Lange Läsionen (> 25 mm), kleine Gefäße (< 2,5 mm), Bifurkationsläsion und ostiale Stenosen wurden von der Studie ausgeschlossen. Die Rate schwerer kardialer Ereignisse, einschließlich Tod, Myokardinfarkt und Reintervention, war nach IVUS nicht signifikant niedriger als beim konventionellen Verfahren mit alleiniger angiographischer Kontrolle. Dies gilt sowohl für den 30-Tages-Endpunkt (3,7 % versus 5,1 %; p = 0,54) als auch für den 6-Monats-Endpunkt (17,9 % versus 15,2 %; p = 0,47). Insbesondere war die Restenoserate bei angiographischer Kontrolle in beiden Gruppen nahezu identisch (24,5 % versus 22,8 %; p = 0,68). Die OPTICUS-Studie konnte somit keinen Vorteil der IVUS-geführten Stentimplantation gegenüber der konventionellen Stentimplantation bezüglich Kurz- und Langzeitergebnis zeigen. Dennoch wird weiter diskutiert, ob IVUS bei bestimmten Läsionscharakteristika, wie langen Läsion oder Bifurkationsläsionen, von Vorteil sein könnte. Solange jedoch keine randomisierten Studien mit ausreichender Fallzahl und IVUS als einziger Variable vorliegen, bleibt der Wert des generellen IVUS-Einsatzes auch bei diesen Läsionscharakteristika zweifelhaft.