| H76 | Ischämiediagnostik: Stressecho, Nuklearmedizin oder Magnetresonanztomographie (MRT)? |
| E.Fleck, J.Hug | |
| Innere Medizin - Kardiologie Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin. | |
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Ausgehend von einer Perfusionsstörung mit Flussheterogenität subendo-zu subepikardial entstehen metabolische Veränderungen, die zu Funktionsstörungen zunächst der diastolischen Relaxation, danach zu regionalen Bewegungsveränderungen und erst später zu EKG-Abnormalitäten und schließlich zur Angina Pectoris führen. Aufgrund einer sehr umfangreichen Flussreserve, die eine weitgehende Kompensation von Störungen zumindest unter Ruhebedingungen erlaubt, bedarf es adäquater Provokationen, um pathologische Veränderungen erfassbar zu machen. Die Präzision der Untersuchungsmethode hängt davon ab, welche Mechanismen in der geschilderten Ischämiekaskade zum Nachweis genutzt werden, ob eine ausreichende Stimulation gewährleistet ist, von der Qualität der Meßmethode und deren technischen Randbedingungen, sowie von Quantifizierungsmöglichkeiten der Ergebnisse, die die Interpretation und ihre Reproduzierbarkeit unterstützen. Die Perfusion wird überwiegend mit SPECT 201Tl oder 99mTc-sestamibi mit hoher Sensitivität und eingeschränkter Spezifität untersucht. Variablen, die die Genauigkeit einschränken, sind das Vorliegen von 1-GFE, RCx-Stenosen, Seitenäste, distale Stenosen oder unzureichende Provokation. Verbesserungen der suboptimalen Spezifität lassen sich durch Erkennen und gegebenenfalls Korrektur von Abschwächungsartefakten erreichen. Der Hauptvorteil der CMR liegt in der deutlich besseren Auflösung (<3x3mm), so dass auch subendokardiale Defekte von normalen subepikardialen Befunden getrennt werden können (weniger Vermischung von normalem und ischämischem Myokard). Die eingeschränkte regionale Wandbewegung, die durch die Ischämie entsteht, wird mit ausreichender zeitlicher und örtlicher Auflösung mit Hilfe moderner Echokardiographieverfahren mit hoher Genauigkeit abgebildet. Einschränkungen ergeben sich bei unzureichender Bildqualität. Für solche Patienten sind dann CMR-Stressverfahren deutlich überlegen. Im Gegensatz zu Perfusionsuntersuchungen stehen keine quantitativen Bewertungsverfahren zur Verfügung. Fragestellungen zur Bestimmung der Vitalität haben für Entscheidungen zur Revaskularisation von Arealen mit eingeschränkter Funktion zunehmende Bedeutung. Die herkömmlichen Verfahren mit low dose Dobutaminstress im US, aber auch PET sind aufgrund der eingeschränkten Auflösung und der Abhängigkeit von der Bewegung, die als unabhängiger Faktor ebenfalls verringerte Durchblutung zur Folge hat zu ungenau. Die Late Enhancement Technik mit Darstellung von narbigen Anteilen in ausreichend hoher örtlicher Auflösung bringen hier einen erheblichen Gewinn, so dass CMR-Verfahren den anderen deutlich überlegen sind. Vergleichende Untersuchungen hierzu existieren noch nicht. Zur Einschätzung der erreichbaren Genauigkeiten siehe Abbildung mit dem Vergleich der einschlägigen Verfahren. |