P148 Antithrombozytäre Therapie des ACS: Wirken Clopidogrel und ASS ausreichend?
S.Hoffmann, R.Klamroth, Chr.Pollich, H.Langraf, D.Andresen
Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin.

Hintergrund: Der Thrombozytenaggregationshemmung (TAH) kommt eine Schlüsselstellung in der Behandlung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) zu. Als orale Substanzen stehen hier ASS und Clopidogrel zu Verfügung. Ihr Einsatz ist in Therapieleitlinien fest verankert. Daten zur Effektivität dieser beiden Substanzen , gemessen an der TAH, stammen jedoch vorwiegend von Untersuchungen an gesunden Probanden mit nur geringgradig aktivierten Thrombozyten. Lassen sich diese Daten auf Pat mit ACS übertragen?

Methoden:

20 konsekutive Patienten mit ACS und akuter Stent implantation wurden in die Studie eingeschlossen. Alle Patienten erhielten eine Ladedosis von 300 mg Clopidogrel , sowie 250 mg ASS. 24(+/- 2) Stunden nach Verabreichung dieser Medikation wurde die TAH mittels Aggregometrie nach Born im plättchenreichen Zitratplasma bestimmt.Als Plättchenagonisten wurden diesem ADP sowie Arachidonsäure zugefügt. Eine nicht ausreichende Clopidogrelwirkung wurde bei einer Thrombozytenaggregation >30% nach ADP Stimulation , eine fehlende ASS Wirkung bei einer Thrombozytenaggregation > 30% nach Arachidonäure Stimulation definiert.

Ergebnisse:

30% der Patienten mit ACS ( 6 / 20 ) zeigten nach Verabreichung einer Ladedosis von 300 mg Clopidogrel keine ausreichende TAH (fehlender Clopidogreleffekt);10% der Patienten (2/20) hatten zeigten keine ausreichende ASS Wirkung. Ein Patient zeigte weder eine Clopidogrel noch ASS vermittelte TAH.

Schlussfolgerung:

1.Ein bedeutsamer Anteil von Pat mit ACS hat trotz Leitlinien konformer Behandlung eine nur unzureichende Thrombozytenaggregationshemmung.

2.Ob sich durch eine höhere Ladedosis (600 mg) die Wirksamkeit des Clopidogrels steigern lässt wird untersucht.