P420 A. radialis als Standardzugang bei akutem Koronarsynsrom (ACS).
A.Hempel, H.Minden, J.Meyhöfer, H.Lehmann
Herzzentrum Brandenburg, Bernau.

Hintergrund: Die A. radialis als Standard-Zugang bei Links-herzkatheter verringert vaskuläre Komplikationen, erhöht den Patientenkomfort und gestattet die Frühmobilisation. Radialisverschlüsse, verlängerte Untersuchungszeiten sowie eine Lernkurve erschwerten vielerorts die routinemäßige Nutzung.

Patientengut und Methodik: Am Herzzentrum Brandenburg in Bernau wurden seit in den letzten 19 Monaten (10/01 bis 05/03) 842 Notfalluntersuchungen von Patienten mit ACS, davon 801 von der A. radialis sinistra oder dextra aus (6F-Schleuse) durchgeführt (95%). 699 Patienten (83%) wurden nach im Mittel 6 Monaten nachuntersucht. Der Erfolg des Eingriffes, die Untersuchungs- und Durchleuchtungszeiten, Gefäßkomplikationen sowie die persönliche Beurteilung durch die Patienten wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Die Rekanalisation des Infarktgefäßes gelang in 98.6%. Verschlüsse der A. radialis wurden bei <2% der Patienten beobachtet. Insgesamt 29 IABP wurden zusätzlich über die A. femoralis implantiert. Operative Revisionen der A. radialis waren bei keinem dieser 501 Patienten notwendig. Lokale Blutungen traten trotz Einsatz von GpIIb/IIIa-Antagonisten nur bei 5 Patienten auf (0.6%). Bei 3 Patienten musste auf die andere Seite (0.4%), bei weiteren 4 Patienten auf die A. femoralis gewechselt werden (0.5%). Die DL-Zeiten lagen <0.2 min über der bei A. femoralis-Zugang. Die einfache Anlage des Druckverbandes verkürzte die Untersuchungszeit. Kissing-Ballon-PTCA, Stentimplantationen (bis 6mm-Stents der neuesten Generation), IVUS, Protektionssysteme sowie Thrombenextraktionssysteme (X-Sizer) wurden ohne Einschränkung (6F, bei 16 Pat. 7F) eingesetzt.

Zusammenfassung: Die A. radialis ist bei ACS für den Patienten und Untersucher ein besonders sicherer und einfacher Zugang. Die Komplikationsrate bleibt trotz des Einsatzes gerinnungshemmender Pharmaka gering. Die Untersuchungszeiten für den erfahrenen Untersucher bleibt unverändert. Mit 6F-Führungskathetern sind alle differentialtherapeutisch für das ACS relevante Verfahren einsetzbar.