P442 Systolischer Pulmonalarteriendruck unter Belastung nach bilateraler Lungentransplantation.
D.Mereles, A.Benz, S.Kreuscher, C.Aigner, S.Mazhar, P.Jaksch, M.-T.Kasimir, W.Klepetko, H.A.Katus, E.Grünig
Abteilung Innere Medizin III, Universitätsklinik, Heidelberg.

Hintergrund: Auch nach erfolgreicher bilateraler Lungentransplantation (D-LTX) mit Normalisierung der rechtsventrikulären Pumpfunktion leiden viele Patienten unter Belastungsdyspnoe und sind in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. Bislang ist unbekannt, ob diese Patienten weiterhin erhöhte Pulmonalarteriendrucke unter Belastung aufweisen. Ziel der Untersuchung war daher, bei Patienten mit D-LTX hämodynamische Messungen sowohl in Ruhe als auch unter Belastung vorzunehmen.

Methoden: Eingeschlossen wurden 9 Patienten (7 Frauen, 2 Männer), die vor 31 ± 12 Monate eine D-LTX erhalten hatten und 60 gesunde Kontrollpersonen (36 Frauen, 24 Männer). Die Untersuchung umfasste die körperliche Untersuchung, EKG, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, die Echokardiographie in Ruhe und unter Belastung sowie einen 6-Minuten-Gehtest.

Ergebnisse: Die Patienten und Kontrollpersonen wiesen sowohl in Ruhe, als auch unter Belastung normale links- und rechtsventrikuläre Diameter und Pumpfunktion auf. Bei den LTX-Patienten bestanden eine deutliche rechtsventrikuläre Hypertrophie. Beide Gruppen unterschieden sich nicht in ihrem PASP in Ruhe. Unter Belastung war der PASP bei den LTX-Patienten leicht erhöht. Demgegenüber war die körperliche Belastbarkeit und die Gehstrecke signifikant vermindert. Alle Patienten hatten eine ausgeprägte Muskelatrophie vor allem der Beinmuskulatur.

Anzahl Alter (J) Max. Bel. (Watt) NYHA-Klasse Ruhe-PASP (mmHg) Max. PASP(mmHg) 6' Gehtest (m) Hb(g/dl) SaO2%
D-LTX 9 37±10 86±31 1,25±0,5 17±2 41±5 460±70 11±1 97±1
Kontrolle 60 32±11 161±39 19±2 36±3 828±104 97±1
p-Wert 0,31 <0,001 0,10 0,04 <0,0001 0,08

Schlussfolgerung: Das Verhalten des systolischen PA-Druckes unter Belastung bei Patienten mit D-LTX ist vergleichbar dem gesunder Personen. Die eingeschränkte Belastbarkeit bei Patienten nach D-LTX wird daher nicht durch eine pathologische pulmonale oder kardiale Hämodynamik verursacht. Die eingeschränkte Belastbarkeit besteht am ehesten in Rahmen der Skelettmuskelatrophie der LTX-Patienten.