P397 Follow-up nach linksatrialer Substratmodifikation mittels kathetertechnischer Radiofrequenzablation zur Behandlung von Vorhofflimmern.
J.-H.Gerds-Li, G.Hindricks, H.Tanner, P.Schirdewahn, A.Dorszewski, R.Kobza, H.Kottkamp
Universität Leipzig, Herzzentrum, Kardiologie - Abteilung Rhythmologie, Leipzig.

Die Ergebnisse intraoperativer Ablationsmaßnahmen von Vorhofflimmern (AF) durch Induktion linearer Läsionen haben gezeigt, dass das Therapieprinzip der Substratmodifikation hocheffektiv sein kann. Ziel der vorliegenden Studie war es, Möglichkeiten der perkutanen Substratmodifikation durch linksatriale Ablation zu untersuchen. Bei insgesamt 53 Patienten (Pat.) (33 Männer, 50±10 Jahre) mit paroxysmalem AF (seit 6±6 Jahren) wurden mit Hilfe von elektroanatomischem Mapping (Carto) zirkuläre Läsionen um die linken und rechten Pulmonalvenen (PV) induziert, die über eine lineare Läsion entlang des Vorhofdachs miteinander verbunden wurden. Zusätzlich wurde eine Läsionslinie zwischen den linken PV und dem Mitralklappenanulus induziert. Durch Stimulation innerhalb der zirkulären Läsionen um die PV wurde am Ende der Behandlung die Vollständigkeit der Diskonnektion geprüft. Die Ablationen erfolgten mit einer 8 mm Elektrode bei 60°/60 W. Die Behandlungsergebnisse wurden mit Hilfe von seriellen digitalen 7-Tage-Langzeit-EKGs analysiert und dokumentiert.

Ergebnisse: Die Behandlungdauer betrug 138±25 min, die Gesamtenergie 127.410±31.504 J und die Röntgenexposition 26±9 min. Eine komplette Diskonnektion der rechten und linken PV-Ostien am Ende der Behandlung bestand bei nur 2/53 Pat. (4%). Innerhalb der ersten 10 Tage nach der Ablationsbehandlung hatten 69% der Pat. rezidivierende Episoden von AF, bei 31% bestand Sinusrhythmus (SR). Drei Monate nach der Behandlung waren 68% der Pat. im SR, AF bestand bei 32% der Pat.

Schlussfolgerungen: Die im Rahmen dieser Studie perkutan induzierten zirkulären linksatrialen Läsionslinien um die PV-Ostien führten nicht zu einer Isolation der PV und waren dementsprechend nicht kontinuierlich und/oder transmural. Über 2/3 der behandelten Pat. hatten Frührezidive von AF. Trotzdem konnte bei fast 70% der Pat. im weiteren Verlauf stabiler SR dokumentiert werden. Die antiarrhythmischen Effekte der Behandlung sind wahrscheinlich auf eine Modifikation des linksatrialen Substrats und nicht auf eine Triggerelimination zurückzuführen.