| P115 | Therapiekontrolle bei Patienten mit Vorhofflimmern - Welche Vorteile bringt die 7-Tage Registrierung im Vergleich zum konventionellen 24h-Holter? |
| H.Tanner, G.Hindricks, P.Schirdewahn, A.Dorszewski, J.-H.Gerds-Li, R.Kobza, H.Kottkamp | |
| Universität Leipzig, Herzzentrum, Kardiologie - Abteilung Rhythmologie, Leipzig. | |
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Die Verlaufsbeobachtung und Therapiekontrolle von Patienten mit Vorhofflimmern (AF) ist sowohl klinisch als auch wissenschaftlich ein schwieriges Problem, da das Auftreten von AF einer hohen Spontanvariabilität unterliegt und viele Episoden von AF komplett asymptomatisch verlaufen. Die Zuverlässigkeit der Beurteilung des Rhythmus ist unter klinischen Aspekten von herausragender Bedeutung. Ziel der vorliegenden Studie war es, den Nutzen moderner digitaler 7 Tage Langzeit-EKGs (Dig-LZs) im Vergleich zu konventionellen 24-Stunden-EKGs zu untersuchen. Bei 80 Pat. mit paroxysmalem AF wurden insgesamt 138 Dig-LZs aufgezeichnet. Anhand der Dig-LZs wurde die Dauer jeder anhaltenden (>30 Sek.) Episode von AF und Vorhofflattern (AFla) analysiert und in 3 Gruppen klassifiziert: Gruppe I = Dauer <2h; Gruppe II = 2 bis 24h; Gruppe III = Dauer >24h. Die Ergebnisse der Dig-LZs (Analyse A) wurden mit den Ergebnissen konventioneller 24 Stunden-LZ-EKGs verglichen (Analyse B). Ergebnisse: Insgesamt wurden 20.194 Stunden EKG-Registrierungen analysiert: 16.745 Stunden Sinusrhythmus, 3.233 Stunden AF und 216 Stunden AFla. AF wurden in 74 von 138 (54%) EKGs in der Analyse A und in 46 von 138 (33%) in der Analyse B dokumentiert (p<0,05). Afla wurde in 27 von 138 (20%, A) und in 5 von 138 (4%, B) (p<0,05) aufgezeichnet. Weder AF noch AFla zeigte sich in 64 von 138 (46%, A) und 92 (67%, B) EKGs (p<0,05). In der Analyse A wurden insgesamt 629 AF-Ep. (Gruppe I: 497 (79%); Gruppe II: 98 (16%); Gruppe III: 34 (5%) und in der Analyse B 98 AF-Ep. dokumentiert (Gruppe I: 62 (63%); Gruppe II: 23 (24%); Gruppe III: 13 (13%). Schlußfolgerungen: Bei Pat. mit paroxysmalem AF bzw. Afla kann die Detektion von Arrhythmien durch Dig-LZs im Vergleich zum konventionellen 24h-EKG signifikant verbessert werden. Wäre die Rhythmusanalyse im Rahmen von Therapiestudien erfolgt, so wären 46% der Pat. mit AF im Verlauf als “Sinusrhythmus” und damit fälschlicherweise als “Therapieerfolg” klassifiziert worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollten auch bei Planung und Durchführung wissenschaftlicher Studien berücksichtigt werden. |