P405 Leitlinienorientierte Kontrolle von Blutdruck und Lipidprofil während kardiologischer Rehabilitation.
1H.Völler, 2K.Bestehorn, 3K.Wegscheider
1Klinik am See, Rüdersdorf; 2MSD Sharp & Dohme, München; 3Institut für Statistik und Ökonometrie der Universität Hamburg, Hamburg.

Die Zielwerte für Blutdruck von ≤140/90 mmHg sowie LDL-Cholesterin von ≤100 mg/dl werden in der Sekundärprävention Koronarkranker von mehr als die Hälfte der Patienten überschritten. Inwieweit während einer stationären Rehabilitation eine an den Zielwerten orientierte Therapie des Risikofaktorenprofils erfolgt, ist bislang unzureichend untersucht.

Methodik: In den Jahren 2000/2001 wurden in 91 kardiologischen Rehabilitationsklinken in Deutschland 47.321 konsekutive Patienten (mittleres Alter 63,4 ± 4,7 Jahre, 33,6% Frauen) nach Myorkardinfarkt (65,4%) und/oder CABG (45,7 sowie PCI (40,9%) in das Register eingeschlossen. Es wurde der Zusammenhang zwischen Aufnahme- und Entlassungswert des Blutdrucks sowie der Cholesterinwerte während kardiologischer Rehabilitation mittels der LOWESS-Regression analysiert und der Anteil von Patienten oberhalb der Zielwerte zu Beginn und gegen Ende der Rehabilitation bestimmt.

Ergebnisse: Eine Reduktion des Blutdrucks ist bereits ab 120 mmHg (systolisch) bzw. 80 mmHg (diastolisch) zu erkennen und beträgt etwa 30% des Ausgangswertes. Der systolische RR-Wert (140 mmHg) wurde zu Beginn der Rehabilitation von 55,4%, bei Entlassung von 16,9%, der diastolische Wert (80 mmHg) von 22,7% bei Aufnahme und von 5,5% bei Entlassung überschritten, so dass in 69,2% erfolgreich behandelt werden konnte. Der Interventionswert der LDL-Cholesterinreduktion liegt bei 110 mg/dl. Bis zum Wert von 150 mg/dl erfolgt eine mittlere Reduktion von ca. 35%. Zu Beginn der Reha überschreiten 80,5% den Zielwert von 100 mg/dl, bei Entlassung noch 45,1%.

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit akutem kardialen Ereignis bedarf es in hohem Maße einer Korrektur des Risikofaktorenprofils. Die kardiologische Rehabilitation bietet sich dabei als geeignetes Instrument an, da bei mehr als 2/3 der Patienten eine an den Zielwerten orientierte Sekundärprävention optimierte Einstellung des Blutdrucks sowie des LDL-Cholesterin gelingt.