P444 Dopplersonographische Bestimmung des systolischen Pulmonalarteriendruckes unter Belastung: was sind die Normgrenzen?
A.Benz, K.Arnold, A.Abushi, D.Mereles, H.Kücherer, H.A.Katus, E.Grünig
Innere Medizin III, Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg.

Hintergrund: Der Nachweis eines überschießenden systolischen pulmonalarteriellen Druckes (PASP) unter Belastung (>40mmHg) mittels Stress-Dopplerechokardiographie (SE) hat sich als eine geeignete Methode erwiesen, Personen zu identifizieren, die für ein Höhenlungenödem (HLÖ) disponiert sind. Ein PASP von bis zu 40 mmHg galt bislang als oberer Normwert, obwohl nur wenige Daten zum PASP unter Belastung bei gesunden vorliegen. Ziel der Untersuchung war es, den PASP in Ruhe und unter Belastung bei gesunden Kontrollpersonen nicht-invasiv zu bestimmen.

Methoden: Eingeschlossen wurden 60 gesunde Probanden (mittleres Alter 27 ± 9 Jahre) aus dem medizinischen Personal, bei denen eine körperlicher Untersuchung, EKG, Belastungs-EKG und Lungenfunktionstest vorgenommen wurde. Der PASP wurde mittels SE in Ruhe und unter Belastung im Liegendergometer bestimmt. Alle 2 Minuten wurde die Belastungsstufe um 25 Watt erhöht, der systemische Blutdruck gemessen und ein EKG geschrieben. Die echokardiographische Untersuchung wurde auf Video aufgezeichnet und anschließend von einem zweiten Untersucher erneut ohne Kenntnis der Vordaten ausgewertet.

Ergebnisse: Die Probanden (36 Frauen, 24 Männer, BMI 21± 2 kg/m2) hatten einen mittleren PASP in Ruhe von 21 ± 5 mmHg. Unter maximaler Belastung (im Mittel bis 182 ± 49 Watt) stieg der PASP auf im Mittel 38 ± 6 mmHg. Bei 6 der 60 Personen bestand ein Anstieg des PASP auf im Mittel 53 ± 3 mmHg, bereits bei niedrigen Belastungsstufen (50-125 Watt) ohne sekundäre Ursachen. Die übrigen 54 Personen wiesen auch unter maximaler Belastung PASP-Werte unter 40 mmHg (im Mittel 36 ± 4 mmHg) auf.

Schlussfolgerung: Ein Anstieg des PASP unter Belastung auf > 40mmHg konnte bei 10% gesunder Kontrollpersonen dokumentiert werden. Diese Personen könnten einer Disposition zum HLÖ entsprechen. Es könnte aber auch Ausdruck einer normalen Varianz des PASP in der Bevölkerung sein.