| P304 | Sehr große Stents in der Therapie angeborener Herzfehler. |
| I.Daehnert, C.Rotzsch, M.Wiener, P.Schneider | |
| Klinik f. Kinderkardiologie, Herzzentrum, Universitaet Leipzig, Leipzig. | |
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Einführung: Stents spielen eine zunehmende Rolle in der Therapie angeborener Herzfehler. Behandelt werden sowohl spät erkannte native Vitien als auch Folgezustände vorausgegangener Operationen und Interventionen. Für zentrale Gefäßen werden sehr große Stents benötigt. Methode: Retrospektive Analyse der von 04/2000 bis 05/2003 durchgeführten Stentimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern. Eingeschlossen wurden nur Fälle mit einer primären Stentdilatation auf mindestens 15mm. Im angegebenen Zeitraum wurden 26 Patienten mit sehr großen Stents behandelt. Das Alter betrug im Median 21 (11 bis 54) Jahre, das Körpergewicht 61 (37 bis 89) kg. Zehn Patienten hatten eine native Aortenisthmusstenose (CoA), sieben eine Re-Isthmusstenose (Re-CoA) und acht venöse Obstruktionen nach Vorhofumkehroperation für Transposition der großen Arterien. In einem Fall bestand eine subvalvuläre Obstruktion eines xenogenen Pulmonalarterienconduits. Nur Re-CoA wurden vordilatiert. Verwendet wurden Palmaz 4014 Stents auf 15x40mm Cordis Maxi Ballons, die über extrasteife Führungsdrähte durch lange 11F-Schleusen platziert wurden. Gegebenenfalls erfolgte eine Nachdilatation auf bis zu 25mm. Ergebnisse: Kein Patient mußte operiert werden. In 24 von 26 Fällen gelang eine komplette Beseitigung der behandelten Gefäßstenose. Bei zwei Patienten mit Re-CoA verblieben systolische Restgradienten von 20 bzw. 30mmHg. Komplikationen: Bei zwei Patienten kam es zu einer Stentdislokation, ein zweiter Stent konnte regelrecht positioniert werden. Eine Ballonruptur in zwei weiteren Fällen blieb folgenlos. Transfusionsbedürftige Blutungen und femorale Gefäßkomplikationen traten nicht auf. Re-Katheterisierungen von bisher 15 Patienten zeigten keine Spätdislokation, keine Aneurysmabildung und keine Re-Stenosierung. Schlußfolgerung: Die Implantation sehr großer Stents in zentrale Gefäßstenosen ist bei größeren Kindern und Erwachsenen in geeignten Fällen die bessere Alternative zur operativen Behandlung angeborener Herzfehler und deren Folgezustände. Limitierend für die Anwendung ist noch zu erwartendes Wachstum, die Größe des erforderlichen Gefäßzugangs und die fehlende Flexibilität derzeit verfügbarer Stents. |