| P244 | Niedrige Gesamtmortalität bei Patienten mit prophylaktischer Versorgung mit einem Implantierbarem Kardioverter-Defibrillator nach MADIT-I-Kriterien im Vegleich zu Ereignisraten für einen hypothetischen Herztod. |
| N.Aramin, J.Kuschyk, F.Streitner, C.Echternach, R.Schimpf, S.Spehl, Chr.Veltmann, Chr.Wolpert, M.Borggrefe | |
| I. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mannheim, Mannheim. | |
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Die Ergebnisse der MADIT-I-Studie zeigten, daß die prophylaktische Implantation eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) bei Patienten mit stattgehabtem Myokardinfarkt, hochgradig reduzierter linksventrikulärer Pumpfunktion (LVEF), dokumentierten nichtanhaltenden ventrikulären Tachykardien (nsVT) und Induzierbarkeit bei der programmierten Kammerstimulation die Mortalität senkt. Ziel der vorliegenden Studie war die Evaluierung der Gesamtmortalität sowie die Erfassung der Ereignisraten eines hypothetischen Herztodes nach 1 bzw. 2 Jahren. Patienten und Methoden: 41 Patienten mit einem Myokardinfarkt in der Vorgeschichte, LVEF < 35% und dokumentierten nsVT wurden einer programmierten Kammerstimulation unterzogen. Alle Patienten wurden konsekutiv mit einem ICD versorgt und über eine mittleren Zeitverlauf von 30.2 ± 21 Monaten nachverfolgt. Es wurde die Gesamtmortalität für alle Patienten untersucht sowie die Tachyarrhythmie-Ereignisse anhand der EKG-Speicher der ICDs ausgewertet. Die Ereignisse wurden eingeteilt in VT < 230 bpm und VT > 230 bpm und VF (hypothetischer Herztod). Ergebnisse: Die Gesamtmortalität über den Beobachtungszeitraum betrug 2/41 Patienten (4.9%). Todesursache bei diesen Patienten war nach 42 Monaten bzw. 64 Monaten ein cerebraler Insult bzw. ein inoperables Karzinom. Innerhalb des 1. bzw. 2. Jahres des follow-up verstarb kein Patient. Bei 10/41 Patienten (24.4%) traten insgesamt 22 ventrikuläre Episoden mit einer Zykluslänge (CL) < 260 ms oder VF auf (hypothetischer Herztod). Die kumulative Ereignisrate für schnelle VT (CL < 260 ms) oder VF lag nach 1 Jahr bzw. 2 Jahren bei 6/41 Patienten (14.6%) bzw. 9/41 Patienten (22%). Schlußfolgerung: 1) Die Gesamtmortalität bei Patienten mit primärprophylaktischer ICD-Implantation nach MADIT-I-Kriterien betrug 4.9% nach einem mittleren follow-up von 30.2 ± 21 Monaten. 2) Die Ereignisrate für einen hypothetischen Herztod (VT mit CL < 260 ms oder VF) lag nach 1 bzw. 2 Jahren bei 14.6% bzw. 22%. 3. Folglich ist die Implantation eines ICD in diesem Patientenkollektiv mit einem deutlichem Überlebensvorteil korreliert. |