P395 Wie akkurat lassen sich Pulmonalvenenostien in der biplanen Angiographie ausmessen?
U.Krumsdorf, S.Ernst, F.Ouyang, D.Bänsch, Chr.Linder, M.Antz, K.-H.Kuck
St. Georg Krankenhaus, Hamburg.

Hintergrund: Therapierefraktäres Vorhofflimmern (VF) kann durch Unterbrechung von leitenden Myokardfasern am Übergang der Pulmonalvenen (PV) zum linken Atrium mittels fokaler Hochfrequenzstromapplikationen (HFS) geheilt werden. In unserer Studie untersuchten wir die PV-Morphologie und den Effekt der Hochfrequenzablation auf das Pulmonalvenenostium.

Methoden: Bei insgesamt 100 Patienten (w 25, m 75; 54 ± 7 Jahre) mit VF-Rezidiv nach primär erfolgreicher PV-Isolation wurde eine Zweit- oder Dritt-Prozedur und pre- & post-ablationem eine direkte Kontrastmitteldarstellung aller PV-Ostien durchgeführt. Es erfolgte eine biplane Bestimmung der ostialen Diameter im Vergleich zur Vorprozedur und eine Einteilung der PV-Morphologie; Typ A: eindeutig abgrenzbares Ostium (OS); Typ B: nur einseitig eindeutig abgrenzbares OS; Typ C: konisch-zulaufendes OS ohne klares OS, Typ D: gemeinsames OS der jeweils oberen und unteren PV.

Ergebnisse: Typ A fand sich in 34% (34/100) bei der oberen rechten PV (ROPV), bei der oberen linken (LOPV) in 21% (21/100), bei der unteren rechten (RUPV) in 29% (29/100) und bei der unteren linken (LUPV) in 29% (29/100) (n.s.). Typ B trat in 52% (52/100) bei der ROPV, in 64% (64/100) bei der LOPV, in 56% (56/100) bei der RUPV und in 57% (57/100) bei der LUPV auf (n.s.). Typ C fand sich bei der ROPV in 8% (8/100), bei der LOPV in 9% (9/100), bei der RUPV in 9% (9/100) und bei der LUPV in 8% (8/100) (n.s.). Typ D trat mit 6% (6/100) jeweils gleich häufig rechts und links auf (n.s.). Im Vergleich zur Vorprozedur reduzierte sich der mittlere Durchmesser der ROPV von 18 ± 2 mm auf 17 ± 3 mm, der RUPV von 15 ± 3 mm auf 14 ± 3 mm, der LOPV von 18 ± 3 mm auf 17 ± 3 mm und der LUPV von 17 ± 5 mm auf 16 ± 4 mm (ns). Die Anzahl der benötigten HFS korrelierte nicht mit dem Typ der PV-Morphologie. PV-Stenosen wurden akut bei 7 und chron. bei 2 Patienten (7,150 d) festgestellt (8 Pat. < 70%, 1 Pat. 85%).

Schlussfolgerung: Aufgrund der komplexen Anatomie der PV ist das Ostium nur in 21-34% der Fälle in der biplanen Kontrastangiographie eindeutig bestimmbar.