P160 Behandlung von Pseudoaneurysmen der Femoralarterie nach interventionellen Eingriffen: Kompression, Operation, Thrombininjektion.
1W.Pfeil, 1S.Müssig, 1O.Pusankov, 1A.Fach, 2P.Huljic, 3D.Axt-Manz, 4H.Sievert
1Cardio-Angiologisches Centrum Bethanien, Frankfurt; 2Chirurgische Gemeinschaftspraxis am Bethanienkrankenhaus, Frankfurt; 3Chirurgische Praxis am Bethanienkrankenhaus, Frankfurt; 4Cardio.-Vasculäres Centrum Frankfurt, St. Katharinen, Frankfurt.

Hintergrund: Iatrogene Pseudoaneurysmen der Femoralarterie nach Katheterinterventionen können mittels ultraschall-geführter Kompression oder Operation behandelt werden. Als Alternative wurde die Thrombin-Injektion in das Aneurysma beschrieben.

Methodik: Bei 206 konsekutiven Patienten (Alter 66 ±12.3 Jahre) wurde ein Pseudoaneurysma der Femoralarterie 1 bis 30 Tage nach Katheteruntersuchung über die Femoralarterie diagnostiziert. Es wurde nach Behandlerentscheidung primär durch ultraschallgesteuerte Kompression bei 65 Patienten, primär durch Operation bei 3 Patienten bzw primär durch Injektion von Thrombinlösung bei 138 Patienten behandelt. Sekundär operiert wurden 22 Patienten nach erfolglosem Kompressionsversuch und 1 nach erfolgloser Thrombininjektion; sekundär mittels Thrombininjektion nach erfolgloser Kompression wurden 13 Patienten behandelt. Bei keinem der sekundär durch Operation oder durch Thrombininjektion Behandelten war noch eine Kompressionsbehandlung nötig.

Ergebnisse: Die ultraschallgesteuerte Kompression verlief bei 30/65 Patienten erfolgreich. Bei den verbleibenden 35 erfolglos mittels Kompression behandelten Patienten wurde eine Operation (n=22) oder eine Thrombininjektion (n=13) durchgeführt. Bei den operierten Patienten traten in 10 Fällen Wundheilungsstörungen auf. Drei Fälle mussten wegen Nachblutung revidiert werden; ein Fall wegen wiederholter Nachblutung zweimal. Durch die ultraschallgesteuerte Thrombininjektion wurde eine sofortige Thrombosierung des Aneurysmas in allen Fällen erreicht.

Der stationäre Aufenthalt betrug bei den Kompressions- Patienten 2 ± 1 , bei den operierten Patienten 7 ± 2 und bei den Thrombin-Injektionspatienten 1 ± 1 Tag.

Zusammenfassung: Iatrogene Pseudoaneurysmen der Femoralarterie können leichter und schonender durch ultraschall-geführte Thrombininjektion als durch Kompression behandelt werden.