P174 Nicht-invasive Quantifizierung des intramyokardialen mikrovaskulären Blutvolumens und der Myokardperfusion mittels Elektronenstrahltomographie.
1S.Möhlenkamp, 2M.Montag, 1J.Bous, 2T.Budde
1Westdeutsches Herzzentrum, Klinik für Kardiologie, Uniklinik Essen, Essen; 2Alfried Krupp Krankenhaus, Klinik für Kardiologie und Klinik für Radiologie, Essen.

Hintergrund: Viele Erkrankungen können mit Einschränkungen der koronaren Mikrozirkulationsfunktion assoziiert sein, die oftmals koronarangiographisch fassbaren morphologischen Veränderungen der epikardialen Gefässe vorausgehen. Die simultane minimal-invasive Quantifizierung des intramyokardialen mikrovaskulären Blutvolumens (BV) und der regionalen Myokardperfusion (F) in absoluten Werten mittels EBCT unter Verwendung von Indikator-Verdünnungstechniken könnte einen Beitrag zur Detektion dieser mikrovaskulären Störungen leisten.

Methoden: Die 20-Minuten-Variabilität von Bv und F (Differenz in Prozent des Mittelwertes) wurde bei 7 Patienten in Ruhe (n=4) und nach Adenosinbelastung (n=3, Adenoscan, Sanofi-Synthelabo, Berlin; 140 µg/kg/min über 4 Minuten) in der anterioren und lateralen Myokardwand nach zentralvenöser Injektion von Kontrastmittel (Iohexol, Nycomed, Ismaning; 0,3 mL/kg KG über 2 Sek.) quantifiziert. Bei 6 Patienten wurde die myokardiale Blutvolumen- und Perfusionsreserve nach Adenosin-Infusion gemessen.

Ergebnisse: Die Variabilität von BV und F (Abb.1, links) betrug 13% bzw. 16%. Ruhe-BV bzw. -F (Abb.1, rechts) stiegen von 0.11±0.03 mL/g bzw. 0.75±0.27 mL/g/min auf 0.22±0.03 mL/g (+210%) bzw. 1.90±0.31 mL/g/min (+275%) (P<0.001). Während der Untersuchungen traten keine Komplikationen auf.


Reproduzierbarkeit (links) sowie Perfusion vor und nach Adenosinbelastung (rechts) Schlussfolgerung: Dies ist die erste Studie zur absoluten Quantifizierung von intramyokardialem mikrovaskulären BV und F mittels CT-Technologie in vivo. Diese Methode könnte als sicheres, reproduzierbares nicht-invasives und weit verbreitetes Verfahren zur Messung von BV und F von klinischem Nutzen sein. Hierzu sind weitere Validierungsstudien nötig.