P169 Koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlußkrankheit - Untersuchungen zur Koinzidenz.
D.Hagert, M.Hagert
Klinik für Innere Medizin Carl-von Basedow-Klinikum, Merseburg.

Geprüft werden sollte, wie häufig die Koinzidenz von koronarerer Herzkrankheit (KHK) und arterieller Verschlußkrankheit (pAVK) ist, ob der Schweregrad der KHK bei zusätzlich bestehender pAVK erhöht ist und ob sich hinsichtlich der Risikofaktoren (Hypertonie, Diabetes mellitus und Hyperlipoproteinämie) Unterschiede zwischen KHK-Patienten mit und ohne pAVK feststellen lassen.

Bei 500 Männern (62,4 ± 10,5 Jahre) mit klinischem und/oder elektrokardiographischem Hinweis für eine KHK, bei denen kein Anhalt für das Vorliegen einer pAVK bestand, wurde eine Linksherzkatheteruntersuchung sowie eine Dopplersonographie der Beinarterien durchgeführt. Eine KHK lag vor, wenn in einem der 3 Gefäßsysteme (RIVA, RCX, RCA) mindestens eine Gefäßstenose größer 50% nachweisbar war. Die Stenosegradeinteilung erfolgte entsprechend den Empfehlungen der American Heart Association. Als Kriterium für das Vorliegen einer pAVK galt ein Dopplerindex (Knöchel-Arm-Index) kleiner gleich 0,9 und/oder ein Doppler-Druck über der A.tibialis posterior bzw. der A.dorsalis pedis kleiner 100mmHg.

Bei 90 der 500 untersuchten Männer wurde dopplersonographisch eine pAVK diagnostiziert. Koronarangiographisch ließ sich bei 83 (92%) dieser Patienten eine KHK nachweisen. Im Vergleich zu den Patienten ohne pAVK (n=410), von denen 248 (60%) relevante koronare Veränderungen hatten, fand sich bei Patienten mit zusätzlich bestehender pAVK signifikant häufiger eine KHK (p<0,05). Bei KHK-Patienten mit pAVK ließen sich signifikant (p<0,05) häufiger 3-Gefäßerkrankungen sowie hochgradigere Koronarstenosen nachweisen. Hinsichtlich der Risikofaktoren (Hypertonie, Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämie) fand sich zwischen KHK-Patienten mit und ohne pAVK kein signifikanter Unterschied.

Bei Patienten mit klinischem und/oder elektrokardiographischem Hinweis für eine koronare Durchblutungsstörung und dopplersonographischem Nachweis einer pAVK, zeigen sich angiographisch signifikant häufiger und vom Schweregrad ausgeprägtere Koronarstenosen als bei Patienten ohne zusätzlich bestehende pAVK.