P168 Prädiktiver Wert inflammatorischer und prokoagulatorischer Parameter, atherosklerotischer Risikofaktoren und des Röntgen-Thorax für den thrombogenen Aortenbogen.
1Ph.Ehlermann, 2W.Mirau, 3J.Jahn, 1A.Remppis, 4A.Sheikhzadeh
1Abt. Innere Medizin III - Kardiologie, Univ. Heidelberg, Heidelberg; 2Medizinische Klinik II, Univ. zu Lübeck, Lübeck; 3Medizinische Klinik, St. Borromäus-Hospital, Leer; 4Telemedizinisches Service- und Gesundheitszentrum, Bad Segeberg.

Der thrombogene Aortenbogen ist eine häufige Ursache zerebraler Embolien. Mittels TEE läßt sich nicht nur die Ausdehnung atherosklerotischer Plaques feststellen, sondern auch die Mobilität aufgelagerter Thromben. Meist wird der thrombogene Aortenbogen erst dann diagnostiziert, wenn sich das embolische Ereignis bereits ereignet hat. Somit wurde diese Studie durchgeführt, um prädiktive Faktoren für den thrombogenen Aortenbogen zu identifizieren.

107 konsekutive Patienten, die zur elektiven TEE überwiesen wurden, wurden in die Studie eingeschlossen. Ausschlußkriterien waren orale Antikoagulation, kürzliche Operation, sowie Anzeichen einer infektiösen, immunologischen oder malignen Erkrankung.

Diabetes mellitus war mit dem höchsten Risiko für einen thrombogenen Aortenbogen verbunden (Odds ratio 3,0), gefolgt von Hyperlipidämie (2,5) und arterieller Hypertonie (2,3). Ein Alter über 70 Jahren war mit einem 1,8-fach erhöhten Risiko verbunden. Patienten mit Verkalkungen des Aortenbogens auf dem Röntgen-Thorax hatten eine 4,6-fach höhere Prävalenz. Schwere atherosklerotische Veränderungen waren mit signifikant höheren Serumspiegeln von C-reaktiven Protein (14,6±14,1 vs. 4,9±7,2 mg/l), Fibrinogen (4,20±1,22 vs. 3,45±1,29 mg/l), Plasmin/Antiplasmin-Komplexen (728±297 vs. 453±243 ug/l) und D-Dimeren (980±652 vs. 444±349 ug/l) verbunden. Signifikant erhöhte Spiegel des von-Willebrandt-Faktor-Antigens fanden sich unabhängig vom Schweregrad der atherosklerotischen Veränderungen bei Patienten mit echoarmen Plaques (150±45 vs. 120±32 U/l).

Schwere atherosklerotische Veränderungen der Aorta sind mit einer Erhöhung entzündlicher und prokoagulatorischer Parameter verbunden. Patienten mit klassischen Risikofaktoren und Verkalkungen auf dem Röntgen-Thorax haben eine erhöhte Prävalenz des thrombogenen Aortenbogens. Das von-Willebrandt-Faktor-Antigen ist möglicherweise ein Marker für lipidreiche, instabile Plaques. Weitere Studien werden benötigt, um einen Score zu etablieren, der Patienten identifiziert, welche von einem TEE-Screening profitieren könnten.