| P419 | Effektivität und Sicherheit transradialer Koronarangiographien und -interventionen. |
| G.Gehling, Chr.Neuhaus, Chr.Schaeffer, P.Schuster | |
| St. Marien-Krankenhaus (Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Marburg), Siegen. | |
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Einleitung:Diagnostische und therapeutische Koronarinterventionen können - und müssen in Einzelfällen - über die A. radialis als alternativen Zugangsweg durchgeführt werden. Material und Methode: Retrospektive Analyse von 80 Patienten mit positivem Allen-Test, bei denen eine diagnostische (n=44) oder therapeutische (n=36) invasive Untersuchung durchgeführt wurde. 69/80: Männer (88,5%), mittleres Alter 60,7 Jahre. Schleusengröße: diagnostisch 5F, therapeutisch 6F. Alle Pat. erhielten Vasospasmusprophylaxe über die Schleuse: 0,2 mg Glycerolnitrat, 100 mg Xylocain 1%. Nach Beendigung der Prozedur Entfernung der Schleuse und Anlegen einer Druckmanschette. Mobilisation nach 1-stündiger Bettruhe freigestellt. Am Interventionstag und vor Entlassung Inspektion der Punktionsstelle, klinisch oder duplexsonographisch (64%) Offenheit der A. radialis geprüft. Ergebnis: 78/80 geplante Prozeduren (97,5%) durchgeführt. 60/78 über die linke A. radialis (76,9%). Ein,- Zwei,- Dreigefäßerkrankung in 44,1 %, 26,5 % bzw. 29,4 %. Untersuchungsdauer im Mittel 42,6 +/- 20,9 Minuten (Diagnostik 38,7 +/-20,2, Intervention 47,9 +/- 21,1), Durchleuchtungszeit 9,9 +/- 8,1 Minuten (Diagnostik 9,6 +/- 9,3, Intervention 10,4+/- 6,3 ). Alle diagnostischen Prozeduren (100%) und 32/34 der perkutanen Interventionen (94,1%) erfolgreich beendet. In 5/34 Interventionen Ballonangioplastie (14,7%), in 29/34 Stentimplantationen (85,3 %). Komplikationen: Hämatom Punktionsstelle 12/78 (15,4%), 1 asymptomatischer Verschluß A. radialis (1,3%). Diskussion: Perkutane Koronarangiographien und -interventionen über die A. radialis können mit einer hohen Erfolgsrate durchgeführt werden. Die lokale Komplikationsrate ist niedrig und der Patientenkomfort hoch. Kürzere Untersuchungszeiten sind von einem konsequenten Training (“Lernkurve” von Untersucher und Team) und einer verbesserten Katheterauswahl zu erwarten. Schlussfolgerung: Transradiale Koronarangiographien und -interventionen sind effektiv, sicher und für den Patienten komfortabel. |