P252 Führt eine septale Platzierung der Ventrikelsonde bei Schrittmacherpatienten zu einer früheren Wahrnehmung von Eigenaktionen und zu schmaleren Kammerkomplexen?
C.Müller, M.Meine, P.Weismüller, H.-J.Trappe, für die Arbeitsgruppe Arrhythmie
Universitätsklinik Marienhospital, Herne.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine permanente Stimulation im Apex des rechten Ventrikels im Langzeitverlauf zu Kontraktilitätsstörungen und zu Ischämien führt. Es konnte weiterhin gezeigt werden, dass eine hochseptale Stimulation mit schmaleren Kammerkomplexen und einer verbesserten Hämodynamik mit weniger Ischämien einhergeht.

Diese Studie sollte die Frage klären, ob eine septale Stimulation auch zu einer früheren Wahrnehmung von Eigenaktionen führt, so dass sich der Stimulationsanteil bei Patienten mit erhaltener AV-Überleitung reduzieren lässt.

Es wurden 23 Patienten eingeschlossen, bei 18 wurde die Ventrikelsonde septal, bei 5 Patienten apikal platziert. Es wurde aus einem Programmiergerätestreifen das Intervall vom Beginn der Q-Zacke im Oberflächen-EKG bis zur Spitze des Kammerkomplexes im ventrikulären intrakardialen EKG bestimmt. Weiterhin wurde die Kammerkomplexbreite intrinsisch und unter VVI-Stimulation bestimmt.

Ergebnisse: Die Mittelwerte für das Q-R Intervall betrugen für die septal stimulierten Patienten 35 ms, für die apikal stimulierten 36 ms. Die Kammerkomplexbreite betrug im Mittel in der septal stimulierten Gruppe 146 ms, in der apikal stimulierten 143 ms. Die mittelere Reizschwelle betrug in der apikal stimulierten Gruppe 0,53, in der septal stimulierten Gruppe 0,74 V bei 0,4 ms. Die Wahrnehmung lag im Mittel bei der septal stimulierten Gruppe bei 8,3, bei der apikal stimulierten Gruppe bei 15,3 mV.

septale vs. apikale RV-Stimulation
Alter Reizschwelle R-Potential Impedanz QRS-intrins. QRS-VVI Q-R Intervall Lagetyp intr. Lagetyp stim
septale Stimulation 70,8 0,74 8,3 553 95,7 146 35 30 36
apikale Stimulation 71,2 0,53 11,5 643 90,6 143 36 25 -76

Zusammenfassung: Bei dieser Patientengruppe zeigte sich keine signifikant frühere Wahrnehmung von Eigenaktionen in der septal stimulierten Gruppe; auch hinsichtlich der Kammerkomplexbreite ergab sich kein signifikanter Unterschied. Reizschwellen und Sensing Werte lagen in der apikal stimulierten Gruppe etwas günstiger; es musste allerdings in keinem Fall eine Sondenrevision vorgenommen werden. Sondendislokationen oder Probleme mit Cross-Talk wurden in beiden Gruppen nicht beobachtet. Weitere Studien sind notwendig, um ggf. einen Vorteil der septalen Stimulation nachzuweisen.