| P155 | Umstellung einer oralen Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin: Das "Bonn Register". |
| G.Schlang, H.Omran, Chr.Hammerstingl, H.Schmidt, P.Bernhardt, B.Lüderitz | |
| Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum, Bonn. | |
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Hintergrund: Patienten(Ptn) unter dauerhafter effektiver oraler Antikoagulation(OAK) unterliegen im Rahmen invasiver Eingriffe einem deutlich erhöhten Blutungsrisiko. In dieser Situation soll die OAK pausiert werden. Zum Schutz gegen thromboembolische Komplikationen wird die Aufnahme einer alternativen Antikoagulation mit Heparin empfohlen. Niedermolekulare Heparine(NMH) zeichnen sich durch eine bessere Bioverfügbarkeit und Pharmakokinetik aus. NMH werden daher zur Umstellung einer OAC häufig eingesetzt, obwohl sie für diese Indikation offiziell nicht zugelassen sind. Am Universitätsklinikum Bonn wurde ein prospektives Register gegründet, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Umstellung mit NMH zu evaluieren. Methoden: Im Zeitraum zwischen 1/2002 bis 5/2003 sammelten wir die Daten von Ptn unter OAK, bei denen vor elektiven Interventionen die OAK unterbrochen wurde. Nach Absetzen der OAK wurden die Ptn ab subtherapeutischen INR-Werten mit Enoxaparin in gewichtsadaptierter (0,1mg/kgKG/12h) bzw. halbtherapeutischer Dosierung behandelt, postinterventionell wurde die OAK überlappend unter NMH-Gabe wieder aufgenommen. Ausgeschlossen wurden Ptn mit Alter > 80 Jahre, Kontraindikation gegen NMH, Kreatininclearance < 30ml/min, aktive Blutung und HIT Typ II. Ergebnisse: 101 Ptn wurden eingeschlossen, 47 hatten einen mechanischem Herzklappenersatz, 54 hatten Vorhofflimmern und klinische Risikofaktoren. Das mittlere Ptn-Alter war 67,0±10,6 Jahre. Die Therapiedauer der Umstellung betrug 6,9±5,6 Tage. Die Kreatininclearance lag bei 62,5±28,0 ml/min. Im gesamten Beobachtungszeitraum wurden weder klinisch relevante Blutungen noch klinisch apparente Thromboembolien beobachtet. Kleinere Blutungen traten in 11 Fällen auf. Schlussfolgerung: Die Daten des vorliegenden Registers unterstützen die Erkenntnis, dass niedermolekulare Heparine zur Umstellung einer effektiven oralen Antikoagulation sicher eingesetzt werden können. Die einfache Applikation niedermolekularer Heparine eröffnet zudem die Möglichkeit einer ambulanten Therapie. |