P297 Separater Ersatz von Aortenklappe und Aorta ascendens oder Composite Ersatz ?
M.Brandt, S.Abdelkerim, S.Clemm, A.Böning, J.Cremer
Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum SH, Campus Kiel, Kiel.

Einleitung: Bei Patienten mit Aortenklappenvitium und Aorta ascendens Aneurysma kann, wenn es von der Morphologie möglich ist, beim Operationsverfahren zwischen einem separaten Ersatz und einem Composite Ersatz gewählt werden. Beide Verfahren weisen theoretische Nachteile auf.

Methodik: Es wurden 120 nicht-randomisierte, konsekutive Patienten, die zwischen 1981 und 2000 wegen eines Aortenklappenvitium und eines Aneurysmas der Aorta ascendens oder einer Typ A Dissektion operiert wurden, analysiert.

Ergebnisse: Bei 84 Patienten erfolgte ein Composite Ersatz (Gruppe C), während bei 36 Patienten ein separater Ersatz der Aortenklappe und der Aorta ascendens (Gruppe S)durchgeführt wurde. Das mittlere Alter betrug 54±14 Jahre. Neun Patienten (11% der Gruppe C) wiesen ein Marfansyndrom auf. Die Krankenhausletalität betrug 6% in der Gruppe C und 3% in der Gruppe S (n.s.). Das Follow-up betrug bis zu 21 Jahre (124±45 Monate). Die Art der Operation (separater oder Composite Ersatz) war kein signifikanter Risikofaktor für die Krankenhausletalität, Länge des stationären aufenthaltes, nachfolgende Dilatation der Aortenwurzel, Anastomosendehiszenz oder Re-Operation.

Schlußfolgerung: Die Füh- und die Langzeitergebnisse nach separatem Ersatz und Composite Ersatz von Aortenklappe und Aorta ascendens sind bei guter Patientenselektion vergleichbar. Der Composite Ersatz bietet theoretisch den Vorteil, dass keine Aortenwurzeldilatation im Langzeitverlauf auftreten kann und sollte bei jüngeren Patienten und Patienten mit Marfansyndrom angewandt werden. Andererseits kann bei ausgewählten Patienten der separate Ersatz zu vergleichbar guten Ergebnissen im Langzeitverlauf führen und vermeidet die Problematik der Koronararterienreimplantation.