P404 Gestörte endothelunabhängige myokardiale Perfusionsreserve bei Patienten mit Vorhofflimmern- eine quantitative Studie mittels Positronen-Emissions-Tomographie und radioaktiv markiertem Wasser (H2O15).
1T.Acil, 2F.T.Range, 2M.Schäfers, 2P.Kies, 2K.Schäfers, 1M.Meyborg, 2O.Schober, 1T.Wichter
1Medizinische Klinik und Poliklinik C, Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster; 2Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern (VF) bestehen trotz morphologisch unauffälliger Koronargefässe häufig auch Zeichen der myokardialen Ischämie. Als Ursache wird unter anderem auch von einer gestörten Regulierung der kleinen Gefässe gesprochen. Es ist deshalb von hohem Interesse, die myokardiale Perfusion und Perfusionsreserve (PR) bei Patienten mit VF quantitativ zu bestimmen. Ausserdem ist es wichtig, den Einfluss der Wiederherstellung des Sinusrhythmus (SR) auf diese Parameter zu erforschen.

Ziel dieser Studie ist die quantitative Bestimmung der myokardialen Perfusion und PR bei Patienten mit persistierendem VF mittels Positronen-Emissions-Tomographie und radioaktiv markiertem Wasser (H2O15-PET) vor und 3 Monate nach Wiederherstellung des SR.

Zwölf Patienten (9M, 3F, Alter 57±11 J) mit persistierendem VF wurden in die Studie eingeschlossen und vor, sowie 3 Monate nach Wiederherstellung des SR untersucht. Bei allen Untersuchungen wurden H2O15-PET Messungen in Ruhe, unter Adenosininfusion (endothelunabhängige PR) und während Cold-Pressor-Test (endothelabhängige PR) durchgeführt. Zum Vergleich von interindividuellen Veränderungen wurden 19 gesunde Kontrollpatienten (Alter 34±6 J) in die Analysen mit eingeschlossen.

Im Vergleich zu Kontrollen war die endothelunabhängige PR bei Patienten mit VF signifikant niedriger (2.12±0.98 vs. 4.00±1.39 ml/min/g, p=0.001) mit einer Tendenz zur Normalisierung nach 3 Monaten im SR (2.78±1.04 ml/min/g vs. basal, p=ns). Die endothelabhängige PR der Patienten unterschied sich nicht von denen der Kontrollen und zeigte auch keine Veränderung nach 3 Monaten im SR.

Zusammenfassend weisen Patienten mit VF eine verminderte endothelunabhägige PR mit einer Tendenz zur Normalisierung 3 Monate nach Wiederherstellung des SR. Studien mit längeren Beobachtungszeiten und grösseren Kollektiven sind nötig um den Einfluss des VF auf die myokardiale Perfusion weiter zu untersuchen.