| P146 | Geschlechtsspezifische Unterschiede der Thromboembolieprophylaxe bei chronischem Vorhofflimmern (AF) im klinischen Alltag. |
| H.Volkmann, S.Vetter, S.Spenke, L.Richter, E.Rose, für das Annaberger Vorhofflimmer-Register | |
| Erzgebirgsklinikum Annaberg gGmbH, Klinik für Innere Medizin/Kardiologie, Annaberg-Buchholz. | |
|
Obwohl durch prospektive Studien belegt ist, dass orale Antikoagulanzien (OAK) und Thrombozytenaggregationshemmer das Embolierisiko bei AF reduzieren, werden in der klinischen Praxis bei Weitem nicht alle in Frage kommenden Patienten (P) entsprechend behandelt. Ziel dieser Studie war es, das Prozedere einer internistischen Klinik über einen 10-Jahres-Zeitraum in Abhängigkeit vom Geschlecht und Alter der P zu analysieren, um die derzeit noch unbefriedigende Situation zu verbessern. Einbezogen wurden alle 2.142 stationären P mit permanentem AF, die im Zeitraum von 1994 bis 2003 in ambulante Weiterbehandlung entlassen wurden. Von den 1.013 P (426 m, 587 w, 74 +/- 23 J.)des Zeitraumes 2000 - 2003 wurden 56 % mit OAK, 28 % mit ASS, 5 % mit Clopidogrel oder Ticlopidin und 4 % mit Heparin behandelt; 7 % erhielten keine Embolieprophylaxe. Männer wurden signifikant häufiger als Frauen mit OAK therapiert (64 % vs 49 %). Dieser Unterschied war bei unter 60-Jährigen am größten (88 % vs. 54 %) und war bei Hochbetagten (>80 J.) aufgehoben (36 % vs 36 %) Umgekehrt erhielten Frauen häufiger als Männer ASS (36 % vs. 19 %). Bei den übrigen Präparaten ergaben sich keine Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen P. Seit 1994 hatte der OAK-Anteil von 38,2 % (1994-96) auf 43,5 % (1997-99) und 56 % (2000-2003) zugenommen, die ASS-Verordnung von 46,2 % über 35,5 % auf 28 % abgenommen. Der Anteil unbehandelter P sank von 11 % auf 9,9 % und 7 %. Bei den übrigen Medikamenten ergaben sich kaum Unterschiede. Trotz gesichertem Nutzen lässt sich ein leitliniengerechtes Vorgehen offenbar nur zögernd durchsetzen. Die Benachteiligung von jungen Frauen mit AF, die sich erst im hohen Alter wieder ausgleicht, belegt die Unterschätzung kardiovaskulärer Erkrankungen beim weiblichen Geschlecht. |