P156 Langzeitbehandlung mit niedermolekularem Heparin (Enoxaparin): Besteht die Gefahr einer Akkumulation des antikoagulatorischen Effekts?
Chr.Hammerstingl, H.Schmidt, P.Bernhardt, H.Omran
Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universtätsklinikum, Bonn.

Einführung: Es ist unklar, ob es unter einer Langzeittherapie mit niedermolekularen Heparinen (NMH) zu einer Akkumulation des Wirkstoffes kommt und somit zu einem Anstieg der antikoakulatorischen Aktivität. Das Ziel dieser seriellen, prospektiven Studie war es, den antikoagulatorischen Effekt bei Patienten (Ptn) unter Langzeittherapie mit NMH im Verlauf zu bestimmen.

Methoden: Zwischen 01/2001 und 05/2002 wurden alle Ptn unter therapeutischer Langzeittherapie mit NMH in diese Studie eingeschlossen. Zur Bestimmung der antikoagulatorischen Aktivität wurden tägliche Messungen der anti-Faktor-Xa-Aktivität (aFXA) 3-4h nach NMH-Applikation durchgeführt. Wir verglichen die aFXA an den Tagen 1, 4 und dem letzten Tag der Therapie. Sekundäre Endpukte waren die Inzidenz von Blutungen sowie andere unerwünschte Ereignisse während des Studienverlaufes. Ausschlusskriterien waren Kontraindikationen gegen NMH sowie eine Kreatinin-Clearance < 30 ml/min.

Ergebnisse: 40 Ptn wurden in die Studie eingeschlossen. Die durchschnittliche Therapiedauer lag bei 7,7±3,0 Tagen. Eine therapeutische Antikoagulation war am Tag 1,1±0,4 etabliert. Die aFXA [IU/ml] unterschied sich nicht signifikant zwischen den Behandlungstagen 1 und 4 (0,69±0,2 vs 0,79±0,18, p=0,12), zusätzlich ergab sich kein signifikanter Anstieg der aFXA zwischen Behandlungstag 4 und dem Therapieende (0,79±0,18 vs. 0,80±0,18, p=0,87). Relevante Blutungskomplikationen, ein signifikanter Anstieg der Leberenzyme (ALAT) [IU/l](24,5±12,7 vs. 23,6±10,9, p=ns) und des Serum Kreatinins [mg/dl] (1.5±1.4 vs. 1.4±1.4, p=ns) oder ein signifikanter Abfall der Thrombozytenzahl [G/l] (221.00±72.6 vs. 227.9±52.2, p=ns) wurden unter der NMH-Therapie nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Eine Langzeittherapie mit niedermolekularem Heparin ist nicht assoziiert mit einer Akkumulation des antikoagulatorischen Effekts. Eine wiederholte Messung der anti-Faktor-Xa-Aktivität im Therapieverlauf ist bei Patienten mit erhaltener Nierenfunktion nicht notwendig.