P296 Aortenklappenersatz bei linksventrikulärer Dysfunktion: Kurz- und mittelfristige Ergebnisse.
G.Kleikamp, A.Maleszka, N.Reiss, B.Stüttgen, R.Körfer
Herzzentrum NRW, Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Bad Oeynhausen.

Hintergrund: Der peri- und postoperative Verlauf von Patienten (Pat.) mit überwiegender Aortenklappenstenose (AS), linksventrikulärer Dysfunktion (LVD) (linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) <30%), niedrigem transvalvulären Gradienten (TVG) (<30mmHg) und einer Klappenöffnungsfläche (KÖF) von <0,8 qcm ist unsicher.

Material und Methoden: Zwischen 01.01.1996 und 31.12.2002 erhielten 218 Pat. mit den oben erwähnten Kriterien einen Aortenklappenersatz (AKE) (Durchschnittsalter 69,7 Jahre, 81% männlich). 58% der Pat. (n=127) litten gleichzeitig unter einer operationswürdigen KHK. Die peri- und postoperativen Daten dieser Gruppe (1) wurde einer Kontrollgruppe (2) (n= 218) von Pat. mit normaler linksventrikulärer Funktion, hohem transvalvulärem Gradienten (>50mmHg) und gleichen demografischen Charakteristika gegenübergestellt.

Resultate Gruppe 1 Gruppe 2 p =
LVEF (% im Mittel) 23,9 67,1 < 0,001
KÖF (qcm) 0,69 0,68 n.s.
TVG (mmHg) 28 65 < 0,001
Bioprothesen (%) 64 48 0,01
30 Tage Letalität 3,6 1,8 0,002

Nach 1, 3 und 5 Jahren lebten in Gruppe 1 83, 78 und 70% der Pat., in Gruppe 2 94, 89 und 82% (Kaplan-Meier Schätzung). Dieser Unterschied ist im log-rank Test signifikant (p<0,001).

Schlussfolgerungen: Die perioperative Letalität der Pat. mit AS und LVD ist deutlich höher als von Pat. ohne LVD ebenso wie die Letalität im mittelfristigem Verlauf. Bei entsprechender Indikationstellung ist auch in dieser Patientengruppe der AKE die Therapie der Wahl.