P118 Verbesserte Differentialdiagnose von supraventrikulären Rhythmusstörungen im Oberflächen-EKG mittels bipolarer vorhofnaher Ableitung.
J.Nothroff, M.Yildiz, C.Hansen, J.Neuzner
Klinikum-Kassel, Med. Klinik II, Kassel.

Einleitung: Die Differenzialdiagnose von supraventrikulären Tachycardien im Oberflächen-EKG bereitet oft Schwierigkeiten durch die schlechte Abgrenzbarkeit der Vorhofaktion. Wir verwendeten eine neue EKG-Ableitungsmethode bei supraventrikulären Herzrhythmusstörungen hinsichtlich der besseren Erkennung der P-Welle im Oberfächen-EKG.

Methodik: Wir untersuchten 15 Patienten im Alter von 38 bis 78 Jahren mit supraventrikulären Herzrhythmusstörungen vor der elektrophysiologischen Untersuchung. Zur besseren P-Wellenerkennung erfolgte die Verschaltung der unipolaren Brustwandableitungen V1 und V 4 mit den Extremitätenableitungen, um hierdurch eine sogenannte “ bipolare vorhofnahe Ableitung ” zu erhalten. Die EKG-Ableitung erfolgte mit der Verstärkung von 10 mm/mV und einem Papiervorschub von 25 bzw, 50 mm/s.

Ergebnisse: Bei den untersuchten Patienten zeigte sich bei fünf Patienten eine AV-Nodale Reentrytachycardie (AVNRT), bei 5 Patienten Vorhofflattern und bei weitere fünf Patienten mit einer fokal atrialen Tachycardie.. Die bipolare Vorhofableitung konnte bei 12 von 15 Patienten eine Arrhythmiediagnose ermöglichen. Bei 3 von 5 Patienten mit einer AVNRT konnte keine Differenzierung erreicht werden. In den anderen 12 Fällen fanden wir eine bessere Erkennung der Morphologie der P-Welle.

Herzrhythmusstörung P-Welle im EKG P-Welle (bipolare Abl.)
AVNRT 0/5 2/5
Vorhofflattern 2/5 5/5
Atriale Tachycardie 2/5 5/5

Schlussfolgerung: Die Anwendung der bipolaren Brustwandableitung ermöglichte bei den untersuchten supraventrikulären Herzrhythmusstörungen bei 12 von 15 Patienten eine bessere Differenzierung der Vorhofaktion. In der Praxis kann dieser Methode zur Differentialtherapie von Arrhythmien eine Bedeutung zukommen.