P158 Unklarer Abdominalschmerz bei oraler Antikoagulation.
M.Kunert, B.Gremmler, H.Schleiting, L.J.Ulbricht
Marienhospital Bottrop, Abtl. für Kardiologie, Bottrop.

Hintergrund: Blutungen unter einer oralen Antikoagulation mit Marcumar® können in diversen Körperregionen auftreten und zu differentialdiagnostischen Problemen führen.

Fallbericht : Aufnahme eines 65-jährigen, marcumarisierten Patienten mit global dekompensierter Herzinsuffizienz infolge koronarer Mehrgefäßerkrankung, Z.n. ACB-OP mit inkompletter Revaskularisation und hochgradiger LV-Dysfunktion bei Z.n. Vorderwandinfarkt. Quick-Wert bei Aufnahme 17 % (INR 3,1). Anamnestisch wegen seit 2 Wochen bestehender Schmerzen unter dem rechten Rippen-bogen zusätzlich Eigenmedikation mit Acetylsalicylsäure in variabler Dosierung (500- 1500 mg/die). Schmerz-symptomatik primär als Stauungshepatopathie infolge Rechtsherzinsuffizienz interpretiert. Trotz guter kardiopulmonaler Rekompensation Fortbestehen der Beschwerden und klinisch Nachweis einer umschriebenen Schwellung subkostal. Sonographisch kein Hinweis auf Rechtsherzinsuffizienz, Cholezystitis, Cholelithiasis oder Leberabszess, jedoch Befund einer inhomogenen, 2 x 3cm großen, umschriebenen Raumforderung subkostal im Bauchwandbereich, sonomorphologisch am ehesten einem umschriebenen Hämatom in der Rektusscheide entsprechend. Rückbildung des Befundes nach Normalisierung der Gerinnung und Pausieren der oralen Anikoagulation.

Fazit: Blutungen unter oraler Medikation sind vielgestaltig und können die Symptomatologie diverser Erkankungen imitieren. Wichtig ist die Patientenaufklärung eines erhöhten Blutungsrisikos bei zusätzlicher Therapie mit Thrombozyten-aggregationshemmern bzw. eine INR-Selbstkontrolle.