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Im Gesundheitssektor ist es die Aufgabe von Informationssystemen, Pflegepersonal bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Auf der Grundlage dieser Zielsetzung ist in Kooperation zwischen OFFIS und dem Klinikum Oldenburg ein System für die medizinische Dokumentation in Echokardiographie- und Herzkatheterlaboren entstanden. Ein zentraler Bestandteil des Systems ist die automatisierte Archivierung und Verarbeitung multimedialer Daten. In 2002 wurde das System um Komponenten zur Konvertierung und Archivierung kardiologischer Magnetresonanz-Aufnahmen erweitert. Die folgenden MR-spezifischen Anforderungen wurden umgesetzt: Empfang der Aufnahmen von Kardio-MR-Untersuchungen im DICOM-Format, Konvertierung der Kardio-MR-Aufnahmen (Erstellen von Filmen aus Einzelbildern), Darstellung von MR-Filmen in Realzeit, um einen Vergleich mit Stressecho- und Herzkatheterfilmen zu ermöglichen, Unterstützung verschiedener gerätespezifischer Kardio-MR-Aufnahmearten, Unterstützung von beliebigen DICOM-Viewern zur Auswertung einzelner Untersuchungsserien. Daneben wurden folgende allgemeinen Anforderungen realisiert: Darstellung von Patienten- und Untersuchungsinformationen in allen Filmen, Integration der medizinischen Geräte basierend auf dem DICOM-Standard, Integration der erzeugten Filme ins Dokumentationssystem. Mit Hilfe des DICOM Storage Service werden die erstellten Bilddaten im DICOM-Format an einen DICOM-Empfänger gesendet. Eine Software-Komponente analysiert, konvertiert und komprimiert die Bilddaten in einen entsprechenden Film. Durch die Aktualisierung der System-Datenbank werden die Filmdateien in die digitale Patientenakte integriert. Modalitäten in Echokardiographie- und Herzkatheterlaboren bieten heute eine große Vielfalt von Bildverarbeitungsfunktionen an, wie z.B. Dopplerverfahren. Von Modalitäten im MR-Sektor werden solche Funktionen noch nicht unterstützt. Praktische Erfahrungen mit unserem System haben deutlich gemacht, dass Kardio-MR-Untersuchungen den Workflow in kardiologischen Abteilungen wesentlich unterstützen können. Die Erweiterung unseres Systems stellt einen ersten Schritt dar auf dem Weg, MR-Untersuchungsverfahren an Kardiologie-Standards anzugleichen.
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