P414 Kardiologische Intensivmedizin: nur lohnend bei Langzeitbeatmeten?
2G.Cieslinski, 2J.Kaddatz, 2S.Strauch, 1W.Rösch
1Medizinische Klinik Krankenhaus Nordwest, Frankfurt; 2Medizinische Klinik - Kardiologie - Krankenhaus Nordwest, Frankfurt.

Für 1720 Patienten, die während einer 3 jährigen Beobachtungsperiode auf der internistischen Intensivstation des KHNW betreut wurden, erfolgte eine PC-gestütze Diagnosendokumentation im Hinblick auf DRGs.

Es überwogen kardiologische DRG`s mit 63%, gefolgt von pneumologischen mit 11%, gatroenterologische mit 9%. Nur vereinzelt waren weitere Gebiete vetreten: Hämatologie 5%, Nephrologie 2%, Neurologie 2 %, Endokrinologie 1%, nicht zuordenbar 7%.

Es wurde in dieser Kalkulation davon ausgegangen, dass jedesmal der niedrigste oder der höchste Schweregrad eines medizinischen DRG erreicht wurde.

Bei “optimaler” Kodierung und Erzielen von A-DRGs konnte ein mittleres Kostengewicht von 3,65 erzielt werden, bei C-DRGs nur 0,99.

Auch bei optimaler Kodierung waren eher gering honorierte Hauptdiagnosen: Intoxikationen, hypertensive Krisen und Tachyarrhythmien.

Hoch bewertet waren insbesondere: Langzeitbeatmete, Maligne Lymphome mit Komplikationen, Endokarditis aber auch komplizierte Herzinfarkte.

Intensivmedizinische Leistungen sind selbst bei einer angenommenen hohen base-rate von € 3000 auch bei “idealer” und maximaler Kodierung mit 10950 Euro/Fall für den gesamten stationären Aufenthalt möglicherweise nicht kostendeckend vergütet.

Es sollte die Honorierung intensivmedizinischer Leistung unter DRG-Gesichtspunkten gesondert analysiert und neben den DRG-Erlösen vergütet werden (z.B. tagesgleiche Pflegesätze). Die Gesamt-base-rate müsste in diesen Fällen allerdings dann niedriger ausfallen.