P164 Carotis Angioplastie bei Patienten mit einer kontralateralen Stenose oder Okklusion.
1K.Rabe, 1H.Gödel, 2R.Theis, 2K.-F.Beykirch, 1H.Sievert
1CardioVascular Center Frankfurt, St. Katharinen, Frankfurt am Main; 2Neurolog. Abt. Bethanien Krankenhaus, Frankfurt am Main.

Hintergrund: Patienten mit einer kontralateralen Stenose oder Okklusion haben ein höheres Risiko bei der Carotis Endarterektomie. Die Stentimplantation könnte eine Alternative darstellen.

Patienten: Wir führten eine Stentimplantation bei 141 Patienten mit einer kontralateralen Stenose (Gruppe 1) durch. Der Durchmesser der kontralateralen Stenose war ≥ 50% bei 109, ≥ 70% bei 41, ≥ 80% bei 34 and ≥ 90% bei 38 Patienten. Von diesen Patienten hatten 27 einen kontralateralen Verschluß.

186 konsekutive Patienten hatten keine kontralaterale Stenose.

Das Durchschnittsalter beider Gruppen betrug 70 ± 9 Jahre. 30% (Gruppe 1) vs. 33% (Gruppe 2) der Patienten waren weiblich. 62 vs. 55% litten unter einer KHK, 70 vs. 66% unter arterieller Hypertonie, 32 vs. 24% unter Diabetes mellitus und 50 vs. 52% unter Hyperlipidämie. 50 vs. 45% waren Raucher. 46 vs. 40% der Patienten hatte eine symptomatische Stenose.

Der mittlere Durchmesser der Stenose betrug 77 ± 10%, die durchschnittliche Länge 10 ± 6mm vs. 9 ± 6mm. Eine kontralaterale Stentimplantation wurde bei 12 Patienten aus Gruppe 1 durchgeführt.

Methoden: Eine Embolieprotektion wurde in 75% (Gruppe 1) und in 81% (Gruppe 2) der Patienten eingesetzt. Bei 138/140 (Gruppe 1) und 183/185 Patienten wurde ein selbst expandierenden Stent eingesetzt.

Ergebnisse: Der Eingriff war in allen Patienten der Gruppe 1 technisch und angiographisch erfolgreich. Bei einer Patientin aus Gruppe 2 konnte die Angioplastie erst in einem zweiten Eingriff durchgeführt werden. Die Schlaganfall/Todesrate nach 30 Tagen war 5,0% vs 2,7% (Gruppe 2). Die jährliche Todes/Schlaganfallrate im Follow-up betrug 5% vs. 4%.

Schlussfolgerung: Die Carotis Angioplastie ist eine mögliche Alternative bei Patienten mit einer kontralateralen Stenose oder Okklusion, obwohl die Komplikationsrate höher ist als bei Patienten mit nur einer Läsion.