P121 Einfluss der Vorzeitigkeit der ventrikulären Extrasystole auf die Herzfrequenz-Turbulenz.
J.O.Schwab, K.Grunwald, N.Shlevkov, J.Schrickel, A.Yang, T.Lewalter, B.Lüderitz
Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Bonn, Bonn.

Hintergrund: Die Veränderungen der Herzfrequenz innerhalb der ersten 20 Schläge nach Auftreten einer ventrikulären Extrasystole (VES) wird mit der Herzfrequenzturbulenz (HRT) und den Parametern Onset (TO) und Slope (TS) beschrieben. Sie ist eine andere Methode, die Baroreflexsensitivität zu beschreiben. Weiterhin wird die HRT zur Risikostratifikation für Patienten mit koronarer Herzerkrankung herangezogen. Wir untersuchten in einem prospektiven Kollektiv von 20 Patienten, ob die HRT von der Vorzeitigkeit der einfallenden Extrasystole abhängt.

Methoden und Ergebnisse: Bei 20 konsekutiven Patienten (7 Frauen, 8 KHK) wurde zu Beginn einer elektrophysiologischen Untersuchung die HRT mittels folgendem Stimulationsprotokoll bestimmt: der auf den letzten normalen Sinusschlag getriggerte rechtsventrikuläre Ventrikelstimulus wurde mit einem Kopplungsintervall von 450ms abgegeben. Die Vorzeitigkeit wurde konsekutiv bis zum Erreichen der effektiven Refraktärzeit um 20ms reduziert. TO und TS wurden aus den aufgenommen Zykluslängen berechnet. Es ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Vorzeitigkeit VES und TO (r=-0,81, p<0,01). Bei TS zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang. Weder TO noch TS war bei den Patienten pathologisch.

Schlußfolgerung: In unserem Patientenkollektiv bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Vorzeitigkeit der VES und TO. Hingegen konnte TS nicht durch die Vorzeitigkeit signifikant beeinflußt werden. Aufgrund der Berechnung von TO und TS läßt sich hieraus folgern, daß die Vorzeitigkeit der VES nur auf die unmittelbare Akzeleration der Herzfrequenz Einfluß nimmt und damit für den täglichen klinischen Gebrauch der Bestimmung der HRT keine Rolle spielen dürfte.