P406 Integration von nationalen und internationalen Leitlinien in ein strukturiertes kardiologisches Informationssystem.
1K.Kronberg, 1M.S.Claus, 2A.Schönberg, 2G.-H.Reil
1Klinikum Oldenburg, Oldenburg; 2Institut OFFIS, Oldenburg.

Fragestellung: Medizinische Entscheidungsfindungen können immer mehr durch die Einbeziehung von nationalen und internationalen Leitlinien optimiert werden. Wir haben die Leitlinieninhalte durch Integration in unser kardiologisches Informationssytem direkt ans Krankenbett transferiert.

Methode: Unser bestehendes kardiologisches Informationssystem beruht auf einer Datenbank, in die über eine übersichtliche Benutzeroberfläche die relevanten Daten für Diagnose, Anamnese, Befund, Untersuchungsergebnisse und Therapieempfehlungen im Sinne einer elektronischen Patientenakte eingegeben werden. Durch Untermenüs können die Eingaben Diagnose bezogen differenziert werden. Die Leitlinien stehen über eine integrierte Weboberfläche im Intranet/Internet zur Einsicht bereit. Zusätzlich ermöglicht die Software eine freie Konfiguration von Checklisten, in denen diagnosebezogen typische Symptome, Differentialdiagnosen und Anordnungen nach dem Vorbild der Pocket Guides der Europäischen Gesellschaft abgefragt werden. Die Dateneingabe kann über ein Notebook direkt am Krankenbett erfolgen.

Ergebnisse: Die Leitlinien werden oft genutzt und in die Therapiefindung mit einbezogen. Der Aufbau der Checklisten erweist sich als zeitaufwändig, weil Design und Inhalte mit vielen Beteiligten abgestimmt werden müssen. Das Programm ermöglicht eine Zuordnung von ICD Codes im Hintergrund und eine automatische Arztbriefgenerierung im Sinne eines strukturierten Reports, der dem Patienten bei Entlassung mitgegeben wird. Eine kontinuierliche interne Qualitätssicherung durch datenbankgestützte Abfragen ist integriert wie z.B. ein Anzeigen der Entlassungstherapie aller Herzinsuffizienzpatienten der NYHA Stadien III-IV.

Zusammenfassung: Die Integration der Leitlinien in ein strukturiertes, kardiologisches Informationssystem transferiert die medizinischen Inhalte ans Krankenbett und erlaubt sichere Therapieentscheidungen und eine ständige interne Qualitätskontrolle. Ein Ausbau solcher technischen Möglichkeiten könnte zur einer verbesserten Umsetzung von Leitlinien beitragen.