P426 Telemedizin und Langzeitarchivierung von Herzkatheterfilmen: Bietet das MPEG-4 Verfahren der Moving Picture Experts Group Vorteile gegenüber konventionellen Standards ?
K.Kronberg, W.Vocke, G.-H.Reil
Klinikum Oldenburg, Oldenburg.

Fragestellung: Der DICOM-Standard erlaubt eine Datenkompression mit Hilfe des Verfahrens der Joint Photographic Experts Group (JPEG). Dabei wird jedes Einzelbild für sich komprimiert. Das Filmkompressionsverfahren der Moving Picture Experts Group MPEG-2 kodiert jeweils die Änderung von Bild zu Bild. Das neue MPEG-4 Verfahren arbeitet objektorientiert. Es kodiert den Hintergrund als Einzelbild und den bewegten Vordergrund als Bildänderung. Ergeben sich durch diese Optimierung Vorteile bei der Komprimierung von Herzkatheterfilmen zum telemedizinischen Einsatz und zur Langzeitarchivierung?

Methodik: 10 unterschiedliche Herzkathetersequenzen (8 Koronarangio-, 2 Laevokardiographien) wurden mit Hilfe frei verfügbarer Algorithmen in konventionelles JPEG (8 bit), MPEG-2 und MPEG-4 komprimiert (je 6 Kompressionsstufen). In einer standardisierten Auswertungsumgebung wurden die komprimierten Sequenzen und die Originale 10 invasiv erfahrenen Kardiologen (3255 Prozeduren pro Untersucher) randomisiert präsentiert. Diese bewerteten die Filme im Hinblick auf eine für sie diagnostisch ausreichende Bildqualität.

Ergebnisse: Die am häufigsten als diagnostisch ausreichend bewertete Datenkompression lag bei 19:1 für JPEG, bei 15:1 für MPEG-2, bei 31:1 für MPEG-4. Allerdings hielten 8% der Untersucher bei JPEG nur das Original für ausreichend, bei MPEG-2 waren es 16%, bei MPEG-4 12%.


Vergleich unterschiedlicher Kompressionsverfahren Diskussion: Die Verwendung des MPEG-2 Verfahrens zeigt bei den kurzen Herzkathetersequenzen (im Mittel 6,6 Sekunden) keinen Vorteil gegenüber dem JPEG Einzelbildverfahren (DICOM). Das weiterentwickelte, objektorientierte MPEG-4 Verfahren ermöglicht eine verbesserte Datenreduktion und empfiehlt sich daher für telemedizinische Anwendungen und zur Langzeitarchivierung von Herzkatheterfilmen.